Willkommen! Wir erklären Globuli und ihre Anwendung in der Homöopathie. Gut zu wissen: Eine Wirkung homöopathischer Mittel ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Unsere Artikel informieren, ersetzen aber keinen Arztbesuch. So arbeiten wir

Globuli bei Angst und Prüfungsangst: was genannt wird und was wirklich beruhigt

Herzklopfen vor der Prüfung, Grübeln in der Nacht, ein Knoten im Bauch: Angst fühlt sich schnell übermächtig an. Hier erfährst du, welche Globuli in der Homöopathie genannt werden, was die Forschung sagt und was dich wirklich beruhigen kann.

Von Sebastian Beier · Zuletzt geprüft am

Eine junge Frau sitzt bei Tageslicht an einem Schreibtisch mit Lernunterlagen, atmet ruhig durch und hält eine Tasse Tee.

Worum geht es bei Angst?

Angst ist ein normales Gefühl. Sie macht uns wachsam und bereitet den Körper auf Gefahr vor. Das Herz schlägt schneller, die Atmung wird flach, die Muskeln spannen sich an, die Hände schwitzen. Vor einer Prüfung, einem Vortrag oder einem Arzttermin kennen das fast alle.

Zum Problem wird Angst, wenn sie sehr stark ist, ohne klaren Anlass kommt oder dich im Alltag einschränkt. Dann spricht man je nach Form von einer Angststörung, einer Panikstörung oder einer Phobie. Wichtig zu wissen: Das ist keine Schwäche, und es ist gut behandelbar.

Bei einer Panikattacke kommt die Angst plötzlich, mit Herzrasen, Zittern, Schwindel, Atemnot und manchmal der Furcht, zu sterben. Sie klingt meist nach kurzer Zeit wieder ab. Weil die Zeichen einem Herzproblem ähneln, sollte beim ersten Mal ärztlich abgeklärt werden, ob mit dem Herzen alles in Ordnung ist.

Prüfungsangst ist eine Form von Leistungsangst. Typisch sind Grübeln, schlechter Schlaf, Magen-Darm-Beschwerden und Blackouts. Oft hilft schon eine gute Vorbereitung, manchmal braucht es Unterstützung.

Welche Globuli werden bei Angst genannt?

Die folgenden Mittel werden in der Homöopathie häufig im Zusammenhang mit Angst und Aufregung genannt. Die Angaben beruhen auf Boericke (1927), nicht auf Studien.

MittelWird genannt bei …
AconitumFurcht, Angst und Unruhe in Körper und Geist, Schreck, Furcht vor der Zukunft und vor Menschenmengen
Argentum nitricumFurchtsamkeit und Nervosität, Hast, Sorge vor ernster Krankheit, Beschwerden nach geistiger Anstrengung
GelsemiumLampenfieber, Folgen von Schreck, Furcht und aufregenden Nachrichten, Zittern
IgnatiaFolgen von Kummer, Sorgen, Schock und Enttäuschung, wechselnder Stimmung, Seufzen

Boericke beschreibt bei Aconitum einen Zustand von Furcht, Angst und Qual in Körper und Geist, mit körperlicher und seelischer Unruhe. Er nennt auch die Furcht vor der Zukunft, vor Menschenmengen und davor, über die Straße zu gehen. Bei Argentum nitricum nennt er furchtsame, nervöse Menschen, die alles in Eile erledigen wollen und sich vor einer ernsten Krankheit sorgen. Dazu kommen Ängste mit verborgenen, irrationalen Beweggründen, Zittern, Beschwerden im Oberbauch nach übermäßiger geistiger Anstrengung und Durchfall nach Gemütsbewegungen. Bei Gelsemium führt er Lampenfieber an, außerdem die schlechten Folgen von Schreck, Furcht und aufregenden Nachrichten und Durchfall bei Aufregung. Bei Ignatia stehen die Folgen von Kummer und Sorgen im Vordergrund, nach Schock und Enttäuschung, dazu wechselnde Stimmung und häufiges Seufzen.

Welches Mittel zu welcher Person passen soll, wird in der Homöopathie nach dem Gesamtbild entschieden. Das ist keine medizinische Diagnose. Alle Mittel findest du in der Globuli-Liste A–Z.

Was sagt die Forschung?

Gefährlich wird es vor allem dann, wenn eine behandlungsbedürftige Angst unbehandelt bleibt, weil man sich auf Globuli verlässt.

Was bei Angst sonst noch hilft

Bei akuter Angst oder Panik:

  • Atemübungen: Atme ruhig durch die Nase ein und länger durch den Mund aus, zum Beispiel vier Sekunden ein und sechs Sekunden aus. Mach das ein paar Minuten lang. Das lenkt die Aufmerksamkeit um und beruhigt den Körper.
  • Erden: Zähl fünf Dinge auf, die du siehst, vier, die du hörst, und drei, die du spürst.
  • Bleib in der Situation, wenn es geht. Die Angst steigt, erreicht einen Höhepunkt und sinkt dann wieder. Wer flieht, verstärkt die Angst auf lange Sicht.

Bei anhaltender Angst:

  • Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist die am besten untersuchte Psychotherapie bei Angststörungen. Sie hilft dir, Angstgedanken zu prüfen und dich Schritt für Schritt den gefürchteten Situationen zu stellen.
  • Manchmal kann eine ärztlich verordnete Medikation sinnvoll sein. Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine können abhängig machen und sind nicht für die Dauerbehandlung gedacht. Setz verschriebene Medikamente nie auf eigene Faust ab. Wenn du schwanger bist oder stillst, besprich jede Behandlung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
  • Ruf die 116 117 an. Die Terminservicestelle vermittelt dir einen Termin für eine psychotherapeutische Sprechstunde und bei Bedarf eine Akutbehandlung. Psychotherapie-Praxen kannst du auch ohne Überweisung direkt anfragen. Auch die Hausarztpraxis ist ein guter erster Schritt.
  • Die Telefonseelsorge ist kostenlos und rund um die Uhr erreichbar: 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123.

Bei Prüfungsangst:

  • Teil dir den Lernstoff in kleine Einheiten ein und mach feste Pausen.
  • Übe die Prüfung unter echten Bedingungen, am besten mit anderen.
  • In der Nacht vor der Prüfung ist Schlaf wichtiger als die letzte Stunde Lernen.
  • Plane den Prüfungstag im Voraus: Anfahrt, Essen und genug Zeitpuffer.
  • Viele Hochschulen haben Beratungsstellen für Prüfungsangst. An Schulen hilft die Schulpsychologie weiter.

Hinweise zur Anwendung

Wenn du Globuli ausprobieren möchtest, halte dich an die Packungsbeilage. Mehr dazu findest du unter Globuli Anwendung. Aconitum (Blauer Eisenhut) ist eine sehr giftige Pflanze und in niedrigen Potenzen bis einschließlich D3 verschreibungspflichtig. Ignatia enthält Strychnin, und auch Gelsemium ist giftig. Niedrige Potenzen dieser Mittel sind nicht für die Selbstbehandlung geeignet. Hohe Verdünnungen sind meist gut verträglich, ersetzen aber keine Therapie. Seit dem 30. Juli 2026 erstatten die gesetzlichen Krankenkassen keine homöopathischen Arzneimittel mehr. Eine Psychotherapie bleibt dagegen Kassenleistung.

Häufige Fragen

Welche Globuli werden bei Prüfungsangst genannt?

Genannt werden vor allem Gelsemium, Argentum nitricum und Aconitum. Für keines dieser Mittel ist eine Wirkung nachgewiesen. Besser belegt sind gute Vorbereitung, Schlaf, Bewegung und Atemübungen.

Ist eine Panikattacke gefährlich?

Eine Panikattacke fühlt sich bedrohlich an, ist an sich aber nicht gefährlich. Weil die Zeichen ähnlich sind, sollte beim ersten Mal das Herz untersucht werden. Bei Brustschmerz und Atemnot ruf die 112.

Kann ich Angst ohne Medikamente behandeln?

Oft ja. Die kognitive Verhaltenstherapie wirkt bei vielen Angststörungen gut. Ob zusätzlich Medikamente sinnvoll sind, entscheidest du gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Wie bekomme ich schnell einen Therapieplatz?

Ruf die 116 117 an. Die Terminservicestelle vermittelt dir einen Termin für eine psychotherapeutische Sprechstunde. Dort wird geklärt, welche Behandlung zu dir passt.

Darf ich zur Prüfung Globuli nehmen?

Das entscheidest du selbst. Verlass dich aber nicht allein darauf. Wenn du dich damit sicherer fühlst, ist das in Ordnung, eine gute Vorbereitung ersetzt es aber nicht.