Globuli bei Durchfall: welche Mittel genannt werden und wie du richtig reagierst
Durchfall kommt meist plötzlich und ist unangenehm. Viele greifen dann zu Globuli. Hier findest du die genannten Mittel, die ehrliche Studienlage und die Maßnahmen, die dem Körper wirklich helfen.

Worum geht es bei Durchfall?
Von Durchfall spricht man bei dünnflüssigen Stühlen dreimal oder öfter am Tag. Die häufigste Ursache sind Infektionen mit Viren, zum Beispiel Noroviren, oder mit Bakterien. Auch verdorbene Lebensmittel, Medikamente, Stress oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten können dahinterstecken.
Ein Infekt klingt meist nach wenigen Tagen von selbst ab. Das Wichtigste ist dann, den Verlust an Wasser und Salzen auszugleichen. Der Durchfall hilft dem Darm unter anderem dabei, Erreger loszuwerden.
Welche Globuli werden bei Durchfall empfohlen?
Die Tabelle beschreibt, wofür die Mittel in der homöopathischen Lehre genannt werden. Die ersten vier Einträge stützen sich auf Boericke. Eine Behandlungsempfehlung ist das nicht.
| Mittel | Wird genannt bei … |
|---|---|
| Arsenicum album | Beschwerden nach verdorbenem Essen oder wässrigem Obst, kleinen, übelriechenden Stühlen, starker Erschöpfung, Unruhe und brennendem Durst |
| Veratrum album | reichlich wässrigem, schmerzhaftem Durchfall mit Erbrechen, Krämpfen, kaltem Schweiß und großer Schwäche danach |
| Podophyllum | wässrigem, schwallartigem, schmerzlosem Durchfall, oft früh am Morgen |
| China officinalis | Schwäche nach starkem Flüssigkeitsverlust, schmerzlosem, unverdautem Durchfall mit Blähungen |
| Okoubaka | Magen-Darm-Beschwerden nach Reisen oder ungewohntem Essen (in Deutschland häufig genannt, nicht bei Boericke beschrieben) |
Boericke beschreibt bei Arsenicum album unter anderem die Folgen von verdorbenem Essen. Dazu kommen kleine, dunkle, übelriechende Stühle, die nachts und nach Essen und Trinken schlimmer sind, außerdem Unruhe, Erschöpfung und viel Durst, wobei nur wenig auf einmal getrunken wird. Bei Veratrum album nennt er heftiges Erbrechen und schmerzhaften, reichlichen, wässrigen Durchfall mit Krämpfen in den Gliedern, kaltem Schweiß und Kollaps. Bei Podophyllum beschreibt er wässrige, reichliche, schmerzlose und übelriechende Stühle mit gallertartigem Schleim. Bei China officinalis steht die Schwäche nach dem Verlust von Körperflüssigkeiten im Vordergrund.
Was Boericke als Kollaps beschreibt, ist ein medizinischer Notfall, kein Fall für Globuli.
Was sagt die Forschung?
Dass es nach der Einnahme oft besser wird, hat einen einfachen Grund: Die meisten Durchfälle gehen innerhalb weniger Tage von selbst vorbei.
Was bei Durchfall sonst noch hilft
Flüssigkeit und Salze ersetzen:
- Trink über den Tag verteilt in kleinen Schlucken: Wasser, ungesüßten Tee, klare Brühe.
- Eine Elektrolytlösung aus der Apotheke enthält Wasser, Salze und Zucker in einem passenden Verhältnis. Rühr sie genau nach Packungsbeilage an. Sie ist besser geeignet als Cola oder reiner Saft, die viel Zucker und zu wenig Salz enthalten.
- Bei Kindern gilt: lieber oft einen Löffel oder Schluck anbieten als viel auf einmal.
Essen:
- Iss, worauf du Appetit hast. Leichte Kost wie Brot, Reis, Kartoffeln, Banane oder Zwieback verträgst du meist gut.
- Lass Fettiges, sehr Süßes und Alkohol erst einmal weg.
- Stillkinder werden weiter gestillt. Fläschchenkinder bekommen nach dem Ausgleich der Flüssigkeit wieder ihre gewohnte Nahrung. Sprich das am besten mit der Kinderarztpraxis ab.
Medikamente:
- Ein Mittel gegen Durchfall wie Loperamid kann bei Erwachsenen für kurze Zeit die Zahl der Stuhlgänge verringern. Bei Fieber, Blut im Stuhl oder Durchfall nach Antibiotika ist es nicht geeignet. Kinder bekommen es nur auf ärztliche Anordnung. Lass dich in der Apotheke beraten.
- Antibiotika sind bei den meisten Durchfällen nicht nötig. Das entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
- Durchfall kann die Wirkung von Medikamenten schwächen, auch die der Pille. Lies die Packungsbeilage oder frag in der Apotheke nach.
Reisedurchfall:
- Trink unterwegs nur Wasser aus verschlossenen Flaschen oder abgekochtes Wasser. Wenn die Wasserqualität unklar ist, gilt das auch fürs Zähneputzen.
- Meide Eiswürfel, rohen Salat, ungeschältes Obst sowie rohes Fleisch und rohe Meeresfrüchte. Die Faustregel lautet: kochen, schälen oder lassen.
- Nimm Elektrolytpulver mit. Hält der Durchfall nach der Reise an, geh zum Arzt und erwähne das Reiseland.
- Fieber während oder nach einer Reise in ein Malariagebiet musst du sofort ärztlich abklären lassen.
Hygiene bei Noroviren und anderen Erregern:
- Wasch dir die Hände gründlich mit Seife, vor allem nach dem Toilettengang und vor dem Essen.
- Noroviren sind sehr ansteckend und halten sich lange auf Oberflächen. Wenn möglich, nutzt die erkrankte Person eine eigene Toilette. Reinige Toilette, Türklinken und Armaturen regelmäßig gründlich.
- Teilt keine Handtücher. Wasch Wäsche, Handtücher und Bettwäsche bei mindestens 60 °C.
- Bleib mindestens zwei Tage nach dem Ende der Beschwerden zu Hause. Auch danach scheidest du noch eine Weile Erreger aus, also achte weiter gut auf Händehygiene. Für Kitas, Schulen und Berufe mit Lebensmitteln gelten eigene Regeln.
Häufige Fragen
Welche Globuli werden bei Durchfall empfohlen?
In der Homöopathie werden vor allem Arsenicum album, Veratrum album, Podophyllum und China genannt. Für keins dieser Mittel ist eine Wirkung über Placebo hinaus nachgewiesen. Wichtiger ist, dass du genug trinkst und Salze ersetzt.
Darf ich mein Kind mit Globuli behandeln?
Bei Durchfall von Säuglingen und Kleinkindern solltest du früh die Kinderarztpraxis anrufen, denn sie trocknen schnell aus. Globuli ersetzen weder Flüssigkeit noch ärztlichen Rat.
Was ist besser als Cola und Salzstangen?
Eine Elektrolytlösung aus der Apotheke. Sie enthält Zucker und Salze im passenden Verhältnis, sodass der Darm Wasser besser aufnehmen kann.
Wie lange ist Durchfall noch normal?
Viele Infekte klingen nach wenigen Tagen ab, ein Norovirus-Infekt oft schon nach ein bis drei Tagen. Wenn der Durchfall länger dauert oder schlimmer wird, lass ihn abklären. Bei kleinen Kindern und älteren Menschen solltest du früher reagieren.
Wie schütze ich meine Familie vor Noroviren?
Wichtig sind gründliches Händewaschen mit Seife, saubere Oberflächen, Wäsche bei mindestens 60 °C und keine gemeinsamen Handtücher. Normale Händedesinfektionsmittel wirken gegen Noroviren oft nicht zuverlässig. Gründliches Händewaschen bleibt deshalb wichtig.


