Globuli bei Husten: Mittel, Studienlage und was den Husten lindert
Husten nervt, raubt den Schlaf und hält oft länger an, als man denkt. Hier erfährst du, welche Globuli in der Homöopathie genannt werden, was die Forschung dazu sagt und was deinen Husten tatsächlich lindert.

Worum geht es bei Husten?
Husten ist ein Schutzreflex. Er befreit die Atemwege von Schleim, Staub und Krankheitserregern. Meist steckt eine Erkältung durch Viren dahinter. Laut der DEGAM-Leitlinie klingt akuter Husten in der Regel von selbst ab. Meist dauert er bis zu etwa drei Wochen. Nach einem Infekt kann ein Reizhusten aber auch mehrere Wochen bleiben, obwohl der Schnupfen längst vorbei ist.
Man unterscheidet grob:
- Trockener Reizhusten: kitzelt, bringt keinen Schleim.
- Produktiver Husten: löst Schleim, oft mit Rasseln auf der Brust.
- Anfallsartiger Husten: kommt in Attacken, zum Beispiel bei Keuchhusten.
Andere Ursachen sind Asthma, Rauchen, Reflux, Allergien und manche Medikamente. Dazu zählen zum Beispiel ACE-Hemmer gegen Bluthochdruck. Hält der Husten länger an, lohnt sich deshalb eine ärztliche Abklärung.
Welche Globuli werden bei Husten genannt?
In der Homöopathie wird das Mittel nach der Art des Hustens gewählt. Die Angaben unten geben wieder, was Boericke (1927) zu den Mitteln beschreibt. Sie sind keine Empfehlung.
| Mittel | Wird genannt bei … |
|---|---|
| Bryonia | trockenem Husten, oft nachts und nach Essen oder Trinken, mit stechenden Schmerzen in der Brust. Das Betreten eines warmen Raums löst den Husten aus. Beschwerden allgemein schlimmer bei Bewegung |
| Drosera | krampfartigem, trockenem Reizhusten in schnell aufeinanderfolgenden Anfällen, schlimmer nach Mitternacht |
| Rumex crispus | trockenem Husten durch ständiges Kitzeln in der Halsgrube, schlimmer beim Einatmen kalter Luft |
| Spongia | trockenem, bellendem Husten, der nach Essen oder Trinken nachlässt, besonders nach warmen Getränken |
| Antimonium tartaricum | starkem Rasseln von Schleim, wobei nur wenig abgehustet wird |
Boericke gibt wieder, dass Hahnemann Drosera als Hauptmittel bei Keuchhusten bezeichnet hat. Keuchhusten ist aber eine ansteckende Krankheit, die ärztlich behandelt werden muss. Ein bellender Husten bei Kindern ist oft Pseudokrupp und sollte ebenfalls ärztlich angeschaut werden.
Mehr zur allgemeinen Anwendung findest du in Globuli Anwendung, zu Erkältungen in Globuli bei Erkältung.
Zu den Potenzen: Hersteller nennen meist niedrige bis mittlere Potenzen. Halte dich an die Packungsbeilage.
Was sagt die Forschung?
Dass sich viele Menschen nach Globuli trotzdem besser fühlen, hat auch einen einfachen Grund: Akuter Husten wird mit der Zeit von selbst besser. Was du in dieser Zeit einnimmst, bekommt leicht den Verdienst für die Besserung.
Was bei Husten sonst noch hilft
Die DEGAM-Leitlinie betont: Bei unkompliziertem Husten sind Abwarten und einfache Maßnahmen sinnvoll. Antibiotika bringen bei Viren nichts und haben Nebenwirkungen.
- Ausreichend trinken. Warme Getränke empfinden viele als angenehm.
- Nicht rauchen und Rauch meiden. Bei Raucherhusten ist der Rauchstopp die wichtigste Maßnahme.
- Gut lüften und die Heizung nicht zu hoch drehen. Das ist vor allem eine Wohlfühlmaßnahme.
- Oberkörper etwas höher lagern kann Erwachsenen nachts angenehm sein. Babys schlafen aber immer flach auf dem Rücken.
- Hustenstiller nur bei quälendem trockenem Reizhusten, zum Beispiel nachts, kurzzeitig und nach Beratung in der Apotheke. Kinder sollten sie nicht ohne ärztlichen Rat bekommen. Codeinhaltige Mittel sind für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet.
- Schleimlösende Mittel, auch pflanzliche, sind eine Option, ihr Nutzen ist aber nur begrenzt belegt. Nimm Hustenstiller und Schleimlöser nicht gleichzeitig.
Vorbeugen und Keuchhusten-Impfung
Gegen Keuchhusten (Pertussis) gibt es eine Impfung. Die STIKO empfiehlt sie für alle Säuglinge, mit Auffrischungen im Kindes- und Jugendalter. Erwachsene sollen einmal bei der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Auffrischung mitgeimpft werden. Schwangere sollen in jeder Schwangerschaft geimpft werden, damit das Neugeborene geschützt ist. Für Babys ist Keuchhusten besonders gefährlich, weil sie statt zu husten manchmal nur Atemaussetzer haben. Prüf deinen Impfpass und sprich mit deiner Hausarztpraxis.
Häufige Fragen
Welche Globuli sind bei Husten die besten?
Keine nachweislich. Genannt werden je nach Hustenart Bryonia, Drosera, Rumex, Spongia oder Antimonium tartaricum. Ein Nutzen über Placebo ist für keines davon belegt.
Wann ist Husten gefährlich?
Bei Atemnot, blutigem Auswurf, hohem Fieber oder wenn er länger als drei Wochen anhält. Dann gehört er in ärztliche Hände, bei starker Atemnot ruf die 112.
Darf mein Baby Honig gegen den Husten bekommen?
Nein, erst ab einem Jahr. Davor besteht das Risiko eines Säuglingsbotulismus. Bei Husten im ersten Lebensjahr frag bitte immer die Kinderarztpraxis.
Brauche ich bei Husten ein Antibiotikum?
Meist nicht. Die meisten Hustenarten werden durch Viren ausgelöst, und dagegen wirken Antibiotika nicht. Ob eines nötig ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Helfen Globuli bei Keuchhusten?
Dafür gibt es keinen Nachweis. Keuchhusten gehört in ärztliche Behandlung, denn ein früh gegebenes Antibiotikum verkürzt die Zeit, in der du ansteckend bist. Am besten schützt die Impfung, die die STIKO empfiehlt.


