Willkommen! Wir erklären Globuli und ihre Anwendung in der Homöopathie. Gut zu wissen: Eine Wirkung homöopathischer Mittel ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Unsere Artikel informieren, ersetzen aber keinen Arztbesuch. So arbeiten wir

Globuli bei Kopfschmerzen: welche Mittel genannt werden und was wirklich hilft

Fast jeder kennt Kopfschmerzen, und viele greifen dabei gern zu sanften Mitteln wie Globuli. Hier erfährst du, welche Mittel in der Homöopathie genannt werden, was die Forschung sagt und was dir sonst tatsächlich Erleichterung bringt.

Von Sebastian Beier · Zuletzt geprüft am

Eine Frau sitzt entspannt am Fenster mit einem Glas Wasser und massiert sich sanft die Schläfen.

Worum geht es bei Kopfschmerzen?

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Die meisten sind harmlos, auch wenn sie sehr lästig sind. Man unterscheidet vor allem:

  • Spannungskopfschmerz: der häufigste Typ. Er fühlt sich dumpf und drückend an, oft wie ein Band um den Kopf, auf beiden Seiten. Übelkeit gehört meist nicht dazu, Bewegung verschlimmert ihn kaum. Auslöser können Stress, verspannte Nacken- und Schultermuskeln, wenig Schlaf oder zu langes Sitzen am Bildschirm sein.
  • Migräne: oft einseitig, pochend, meist mit Übelkeit sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit. Sie sollte ärztlich behandelt werden.
  • Cluster-Kopfschmerz: sehr starker, einseitiger Schmerz um ein Auge, der in Phasen auftritt. Auch er gehört in ärztliche Hände.
  • Kopfschmerz durch Schmerzmittel: Wer zu oft Schmerzmittel nimmt, kann dadurch selbst Kopfschmerzen auslösen. Dazu unten mehr.

Welche Globuli werden bei Kopfschmerzen genannt?

In der Homöopathie wählt man ein Mittel nach dem Gesamtbild der Beschwerden. Die Tabelle gibt wieder, was Boericke in seiner Arzneimittellehre von 1927 zu den Kopfsymptomen beschreibt. Das ist Lehre der Homöopathie und kein Wirknachweis.

MittelWird genannt bei …
Belladonnapochendem Kopf mit Hitze, Fülle vor allem in der Stirn, auch in Hinterkopf und Schläfen. Schlimmer bei Licht, Lärm, Erschütterung und im Liegen, besser durch Druck und halb aufrechte Haltung
Bryoniaberstendem oder spaltendem Kopfschmerz an der Stirn oder im Hinterkopf. Schlimmer bei jeder Bewegung, sogar der Augäpfel, beim Bücken und Öffnen der Augen
Nux vomicaSchmerz im Hinterkopf oder über den Augen, mit Schwindel. Schlimmer morgens, bei geistiger Anstrengung, nach Tabak, Alkohol und Kaffee sowie an der frischen Luft
Natrium chloratumSchmerz, als würden tausend kleine Hämmer klopfen, morgens beim Erwachen, nach der Regel oder bei Augenanstrengung (bei Boericke unter dem Namen Natrium muriaticum)
Gelsemiumdumpfem, schwerem Schmerz mit Bandgefühl um den Kopf und schweren Augenlidern, mit Muskelschmerz in Nacken und Schultern. Besser durch Druck und mit hoch gelagertem Kopf

Halte dich bei allen Mitteln an die Packungsbeilage. Hersteller nennen bei akuten Beschwerden meist eine häufigere Einnahme, die mit der Besserung seltener wird. Mehr zur Einnahme findest du unter Globuli Anwendung. Gesetzliche Krankenkassen erstatten homöopathische Mittel seit dem 30. Juli 2026 nicht mehr.

Was sagt die Forschung?

Kopfschmerzen schwanken von Natur aus stark. Ein Spannungskopfschmerz vergeht oft von allein, auch wenn man gerade Globuli genommen hat. Deshalb lässt sich eine Besserung schwer dem Mittel zuschreiben.

Was bei Kopfschmerzen sonst noch hilft

Akut bei Spannungskopfschmerz:

  • Ruhe, frische Luft, ein Glas Wasser. Auch zu wenig Trinken kann Kopfschmerzen begünstigen.
  • Pfefferminzöl, dünn auf Stirn und Schläfen aufgetragen. Es ist bei Spannungskopfschmerz eine anerkannte Möglichkeit. Halte es von den Augen fern und verwende es nicht bei Säuglingen und Kleinkindern im Gesicht.
  • Wärme im Nacken oder sanftes Dehnen der Schultern.
  • Schmerzmittel wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (ASS) oder Paracetamol, kurz und richtig dosiert. Lies den Beipackzettel und frag in der Apotheke nach, wenn du Magenprobleme oder ein Nierenleiden hast, schwanger bist oder andere Medikamente nimmst. Kinder unter 12 Jahren sollen kein ASS bekommen.

Vorbeugen:

  • Regelmäßiger Ausdauersport wie zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen.
  • Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung.
  • Feste Schlafzeiten, regelmäßige Mahlzeiten und ausreichend Flüssigkeit.
  • Bildschirmpausen und eine entspannte Haltung am Arbeitsplatz.
  • Ein Kopfschmerztagebuch: Notiere Tag, Stärke, Dauer, Auslöser und Medikamente. So erkennst du Muster, und deine Arztpraxis kann gezielter helfen.

Häufige Fragen

Welche Globuli werden bei Kopfschmerzen am häufigsten genannt?

In der Homöopathie werden oft Belladonna, Bryonia, Nux vomica, Natrium chloratum und Gelsemium genannt. Verlässliche Belege für eine Wirkung über Placebo hinaus gibt es für keines dieser Mittel.

Helfen Globuli bei Spannungskopfschmerz?

Dafür gibt es keine belastbaren Belege. Besser belegt sind Bewegung, Entspannung, Pfefferminzöl und bei Bedarf kurzzeitig ein Schmerzmittel.

Kann ich bei Migräne Globuli nehmen?

Globuli ersetzen keine Migränebehandlung. Lass eine Migräne ärztlich abklären, denn es gibt wirksame Behandlungen und Vorbeugung, zum Beispiel spezielle Migränemittel wie Triptane.

Wie oft darf ich Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen nehmen?

Als Faustregel gilt: an höchstens 10 Tagen im Monat und nicht länger als drei Tage hintereinander. Wer sie häufiger nimmt, kann dadurch selbst Kopfschmerzen auslösen.

Wann sind Kopfschmerzen gefährlich?

Bei plötzlichem stärkstem Schmerz, Fieber mit Nackensteife, neurologischen Ausfällen, nach einer Kopfverletzung oder wenn sie nach dem 50. Lebensjahr neu auftreten. Dann lass sie bitte sofort oder zeitnah ärztlich abklären.