Willkommen! Wir erklären Globuli und ihre Anwendung in der Homöopathie. Gut zu wissen: Eine Wirkung homöopathischer Mittel ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Unsere Artikel informieren, ersetzen aber keinen Arztbesuch. So arbeiten wir

Globuli bei Migräne: was genannt wird und was Migräne wirklich lindert

Eine Migräneattacke kann den ganzen Tag lahmlegen, und viele suchen nach sanften Mitteln. Hier erfährst du, welche Globuli in der Homöopathie genannt werden, was die Forschung sagt und was bei Migräne tatsächlich hilft.

Von Sebastian Beier · Zuletzt geprüft am

Eine Person ruht sich in einem abgedunkelten Zimmer auf dem Sofa aus, neben ihr stehen ein Glas Wasser und eine Schlafmaske.

Worum geht es bei Migräne?

Migräne ist eine neurologische Erkrankung und kein „starker Kopfschmerz“ im üblichen Sinn. Typisch sind Attacken mit meist einseitigem, pochendem Schmerz. Oft kommen Übelkeit, Erbrechen und Empfindlichkeit gegen Licht und Lärm dazu. Körperliche Bewegung verschlimmert den Schmerz häufig. Unbehandelt dauert eine Attacke etwa 4 Stunden bis 3 Tage.

Bei einem Teil der Betroffenen kündigt sich die Attacke mit einer Aura an. Das sind vorübergehende Störungen, zum Beispiel Flimmern, Zickzacklinien, Gesichtsfeldausfälle, Kribbeln oder Sprachprobleme. Eine Aura dauert meist kürzer als eine Stunde und bildet sich vollständig zurück. Die Auslöser sind bei jedem Menschen anders, etwa Stress, unregelmäßiger Schlaf, Hormonschwankungen, Alkohol oder ausgelassene Mahlzeiten.

Welche Globuli werden bei Migräne genannt?

In der Homöopathie richtet sich die Auswahl nach dem Beschwerdebild. Die Angaben unten geben wieder, was Boericke 1927 beschrieben hat. Das sind historische Texte und keine medizinischen Empfehlungen.

MittelWird genannt bei …
Belladonnapochendem Kopfschmerz mit Hitze, Schmerz schlimmer durch Licht, Lärm und Erschütterung, besser durch Druck
Natrium chloratum (Natrium muriaticum)hämmerndem, halbseitigem Kopfschmerz mit Übelkeit, davor Taubheit und Kribbeln an Lippen, Zunge und Nase
Iris versicolorStirnkopfschmerz mit Übelkeit, der mit verschwommenem Sehen beginnt, schlimmer in Ruhe, besser durch fortgesetzte Bewegung
Sanguinariaperiodisch wiederkehrendem Kopfschmerz, der am Hinterkopf beginnt, nach oben zieht und sich über den Augen festsetzt, besonders rechts, besser durch Liegen und Schlaf

Bei Natrium muriaticum nennt Boericke außerdem Funken und feurige Zickzack-Erscheinungen vor den Augen. Das erinnert an eine Aura. Eine Aura gehört aber in ärztliche Abklärung und nicht in die Selbstbehandlung mit Globuli.

Zur Anwendung: Hersteller nennen meist Potenzen wie D6 oder D12. Wie viel und wie oft, steht in der Packungsbeilage. Halte dich daran. Mehr zu Potenzen findest du bei D6 Globuli und unter Globuli Anwendung.

Was sagt die Forschung?

Eine Migräneattacke klingt von selbst wieder ab, und ihre Stärke schwankt. Deshalb entsteht leicht der Eindruck, ein Mittel habe geholfen.

Was bei Migräne wirklich hilft

Während der Attacke:

  • Früh handeln. Schmerzmittel wirken am besten, solange der Schmerz noch nicht stark ist.
  • Reize verringern: Leg dich in einen abgedunkelten, ruhigen Raum, nimm eine kühle Kompresse und ruh dich aus.
  • Schmerzmittel wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (ASS) oder Paracetamol sind bei leichten bis mittelstarken Attacken üblich. Bei Übelkeit kann deine Ärztin oder dein Arzt zusätzlich ein Mittel gegen Übelkeit empfehlen.
  • Triptane sind spezielle Migränemittel für mittelschwere bis schwere Attacken. Die meisten gibt es nur auf Rezept. Deine Ärztin oder dein Arzt bespricht mit dir, welches passt und wie du es anwendest. Nicht jeder darf Triptane nehmen, zum Beispiel bei bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Nicht zu oft: Wer an zu vielen Tagen im Monat Schmerzmittel nimmt, kann davon selbst Kopfschmerzen bekommen. Als Faustregel gilt: Triptane, Kombipräparate, Opioide oder Ergotamine an weniger als 10 Tagen im Monat, einfache Schmerzmittel an weniger als 15 Tagen. Besprich das mit deiner Praxis.

Vorbeugung:

  • Ein Kopfschmerztagebuch hilft dir und deiner Praxis, Muster und Auslöser zu erkennen. Notiere Datum, Dauer, Stärke, Aura, Medikamente, Schlaf, Stress und, falls zutreffend, deinen Zyklus.
  • Regelmäßig schlafen und feste Mahlzeiten einhalten.
  • Ausdauersport wie Radfahren, Schwimmen oder Walken, regelmäßig und in Maßen.
  • Entspannung und Stressbewältigung, zum Beispiel progressive Muskelentspannung, Biofeedback oder Verhaltenstherapie.
  • Bei häufigen oder sehr belastenden Attacken gibt es eine ärztlich verordnete Prophylaxe. Beispiele sind bestimmte Blutdruckmittel, einige Mittel gegen Epilepsie, das Antidepressivum Amitriptylin oder moderne Antikörper gegen CGRP. Welche Möglichkeit für dich passt, hängt auch von deinen anderen Erkrankungen ab.

Besondere Situationen:

  • Schwangerschaft und Stillzeit: Nimm Schmerz- und Migränemittel nur nach Rücksprache mit deiner Frauenarztpraxis oder Hausarztpraxis. Ibuprofen und ASS sind im letzten Schwangerschaftsdrittel tabu.
  • Kinder und Jugendliche: Mit Migräne gehen Kinder in die Kinderarztpraxis. Gib ihnen keine Mittel auf eigene Faust, ASS nur nach ärztlichem Rat.
  • Pille und Aura: Hast du Migräne mit Aura und verhütest mit Östrogen, zum Beispiel mit der kombinierten Pille? Dann sprich unbedingt mit deiner Frauenarztpraxis. Das Schlaganfallrisiko kann erhöht sein, besonders wenn du rauchst.

Häufige Fragen

Welche Globuli werden bei Migräne am häufigsten genannt?

Häufig genannt werden Belladonna, Natrium chloratum, Iris versicolor und Sanguinaria. Für keines dieser Mittel ist ein Nutzen über Placebo hinaus belegt.

Kann ich Globuli zusammen mit Triptanen nehmen?

Ab mittleren Potenzen wie D6 ist kaum noch Ausgangsstoff enthalten, Wechselwirkungen sind dann nicht zu erwarten. Niedrige Potenzen, etwa von Belladonna, können aber noch Wirkstoffe enthalten. Sag deiner Praxis, was du zusätzlich nimmst, und schieb das Triptan nicht zu lange hinaus.

Ist Migräne mit Aura gefährlicher?

Eine Aura gehört bei vielen Menschen zur Migräne. Sie hängt aber mit einem leicht erhöhten Schlaganfallrisiko zusammen. Lass neue oder veränderte Auren ärztlich abklären.

Helfen Pfefferminzöl oder Kälte?

Pfefferminzöl auf Stirn und Schläfen wurde vor allem beim Spannungskopfschmerz untersucht. Bei Migräne empfinden manche Menschen Pfefferminzöl oder kühle Kompressen als angenehm, eine passende Schmerztherapie ersetzen sie aber nicht. Bei Säuglingen und Kleinkindern darf Pfefferminzöl nicht ins Gesicht.

Wann lohnt sich eine Vorbeugung?

Wenn die Attacken häufig kommen, lange dauern oder die Akutmittel nicht ausreichen. Ein Kopfschmerztagebuch hilft dir, das gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt zu entscheiden.