Globuli in der Schwangerschaft: was genannt wird und was sicher hilft
Viele Schwangere möchten möglichst sanft durch die Monate kommen und greifen deshalb zu Globuli. Hier erfährst du, was in der Homöopathie genannt wird, worauf du achten solltest und was bei typischen Beschwerden nachweislich hilft.

Worum geht es?
Eine Schwangerschaft verändert den Körper stark. Viele Beschwerden sind unangenehm, aber harmlos: Übelkeit im ersten Drittel, Sodbrennen, Wadenkrämpfe, Rückenschmerzen, Müdigkeit. In dieser Zeit ist man mit Medikamenten vorsichtig, und Globuli wirken auf viele wie eine sanfte Wahl.
Globuli bestehen aus Zucker (Saccharose) und sind meist unproblematisch. Wichtig ist aber, welcher Stoff verarbeitet wurde und in welcher Form du ein Mittel nimmst. Mehr zur Herstellung findest du unter Was sind Globuli? und Globuli Anwendung.
Worauf du bei Homöopathie in der Schwangerschaft achten solltest
- Niedrige Potenzen giftiger Stoffe meiden. Mittel aus Arsen (Arsenicum album), Quecksilber (Mercurius solubilis), Tollkirsche (Belladonna) oder der strychninhaltigen Brechnuss (Nux vomica) sind in niedrigen Potenzen verschreibungspflichtig, meist bis einschließlich D3. Für die Selbstbehandlung in der Schwangerschaft sind sie nicht geeignet.
- Auch andere Giftpflanzen ernst nehmen. Mittel wie Ipecacuanha (Brechwurzel) oder Pulsatilla (Küchenschelle) eignen sich in niedrigen Potenzen ebenfalls nicht für die Selbstbehandlung in der Schwangerschaft.
- Alkoholhaltige Tropfen meiden. Tinkturen und Dilutionen enthalten oft Alkohol. In der Schwangerschaft wird empfohlen, ganz auf Alkohol zu verzichten. Globuli und Tabletten enthalten keinen oder kaum Alkohol, Tropfen schon.
- Hebamme oder Frauenärztin fragen. Das gilt auch für Komplexmittel, Teemischungen und Nahrungsergänzung.
- Beschwerden nicht verschleppen. Ein Mittel aus der Apotheke ersetzt keine Untersuchung.
Welche Globuli werden in der Schwangerschaft genannt?
Die folgenden Angaben geben die homöopathische Lehre nach Boericke wieder. Sie sind keine Empfehlung.
| Mittel | Wird in der Homöopathie genannt bei … |
|---|---|
| Ipecacuanha | anhaltender Übelkeit und Erbrechen. Boericke nennt ausdrücklich „Vomiting during pregnancy“ |
| Sepia | Übelkeit beim Geruch oder Anblick von Essen und morgens vor dem Essen. Boericke nennt „Morning sickness“ |
| Nux vomica | Übelkeit und Erbrechen mit viel Würgen, Sodbrennen und Blähungen |
| Pulsatilla | Sodbrennen und Völlegefühl nach dem Essen, Beschwerden schlimmer nach fettem Essen |
Bei Sepia führt Boericke im Arzneimittelbild auch eine Neigung zu Fehlgeburten auf. Für dich wichtig: Blutungen oder Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft werden immer sofort ärztlich abgeklärt und nie mit Globuli behandelt.
Zu Wadenkrämpfen in der Schwangerschaft und zur Beckenendlage nennt Boericke in diesen Einträgen nichts. Im Netz findest du viele Empfehlungen, aber keine ist durch Studien gestützt.
Was sagt die Forschung?
Was dir in der Schwangerschaft sonst noch hilft
Übelkeit:
- Mehrere kleine Mahlzeiten. Iss schon vor dem Aufstehen etwas Trockenes wie Zwieback.
- Ingwer, zum Beispiel als Tee oder frisch. Studien deuten auf eine leichte Besserung hin. Kapseln sind höher dosiert, sprich sie vorher ab.
- Frische Luft, in kleinen Schlucken trinken, Gerüche meiden, die dir zusetzen.
- Bei starker Übelkeit kann deine Frauenärztin Medikamente verordnen, die in der Schwangerschaft eingesetzt werden dürfen. Das ist völlig in Ordnung und oft sinnvoll.
Sodbrennen:
- Kleine Portionen essen, abends nicht spät und üppig.
- Oberkörper beim Schlafen hochlagern, nicht direkt nach dem Essen hinlegen.
- Säurebindende Mittel nur nach Rücksprache mit Hebamme, Ärztin oder Apotheke.
Wadenkrämpfe:
- Bei einem Krampf das Bein strecken, Fußspitze zu dir ziehen, sanft dehnen.
- Tagsüber bewegen, abends leichte Dehnübungen, ausreichend trinken.
- Ob Magnesium hilft, ist unsicher. Frag vorher nach, auch wegen der Dosis.
Beckenendlage:
- Liegt das Baby gegen Ende der Schwangerschaft noch mit dem Po nach unten, kann die Klinik eine äußere Wendung anbieten. Sie wird meist in den letzten Wochen vor dem Termin unter Überwachung und von erfahrenen Ärztinnen und Ärzten durchgeführt. Besprich früh mit deiner Hebamme und der Klinik, welche Wege es gibt.
Allgemein: Geh zu allen Vorsorgeterminen. Frag Hebamme oder Ärztin auch nach den Impfungen, die die STIKO in der Schwangerschaft empfiehlt.
Häufige Fragen
Sind Globuli in der Schwangerschaft gefährlich?
Die Zuckerkügelchen selbst sind meist unproblematisch. Heikel sind niedrige Potenzen giftiger Stoffe und alkoholhaltige Tropfen. Ein Nutzen über Placebo hinaus ist nicht belegt.
Welche Globuli werden bei Schwangerschaftsübelkeit genannt?
In der Homöopathie werden häufig Ipecacuanha, Sepia und Nux vomica genannt. Eine Wirkung ist nicht belegt. Ingwer, kleine Mahlzeiten und bei Bedarf ärztlich verordnete Medikamente sind die bessere Wahl.
Kann ich Globuli zur Geburtsvorbereitung nehmen?
Manche Hebammen arbeiten damit. Ein Nutzen ist nicht belegt. Sprich in jedem Fall mit deiner Hebamme, bevor du etwas nimmst.
Kann Pulsatilla ein Baby in Beckenendlage drehen?
Dafür gibt es keinen Beleg. Liegt das Baby gegen Ende der Schwangerschaft noch mit dem Po nach unten, sprich mit der Klinik über eine äußere Wendung.
Darf ich in der Schwangerschaft Tropfen nehmen?
Prüfe, ob sie Alkohol enthalten. Frag in der Apotheke oder bei deiner Hebamme nach alkoholfreien Alternativen.


