Kalium bichromicum Globuli: Kaliumdichromat bei Nebenhöhlen und zähem Schleim
Arbeiter in Chromfabriken bekamen früher Löcher in der Nasenscheidewand und zähen Schleim. Nach dem Ähnlichkeitsprinzip wurde daraus ein homöopathisches Mittel für Nebenhöhlenentzündungen.

Was ist Kaliumdichromat?
Kaliumdichromat wurde früher in Gerbereien, beim Verchromen, in der Fotografie und als Holzschutzmittel verwendet. Sechswertiges Chrom ist krebserregend, löst Allergien aus („Maurerkrätze“ durch chromhaltigen Zement) und verätzt Haut und Schleimhäute. Arbeiter in Chromfabriken bekamen typische Geschwüre und Löcher in der Nasenscheidewand. In der EU ist der Einsatz heute streng beschränkt.
Wofür wird Kalium bichromicum in der Homöopathie eingesetzt?
Boericke nennt besondere Wirkungen auf die Schleimhäute von Magen, Darm und Atemwegen. In der homöopathischen Praxis gilt als Leitsymptom zäher, fadenziehender, gelb-grüner Schleim, Schmerzen an kleinen, umschriebenen Stellen und Druck an der Nasenwurzel. Heute wird es genannt bei:
- Nasennebenhöhlenentzündung, besonders der Stirnhöhle
- zähem Schleim im Rachen
- Bronchitis mit zähem Auswurf
- Magenschleimhautentzündung
Dosierung und Potenzen
Üblich sind D6 und D12, oft auch in Komplexmitteln gegen Sinusitis. Halte dich an die Packungsbeilage. Niedrige Potenzen sind wegen der Giftigkeit nicht für die Selbstbehandlung geeignet.
Was sagt die Forschung?
Was dir sonst noch hilft
Die meisten Nebenhöhlenentzündungen werden durch Viren verursacht und heilen innerhalb von zwei Wochen. Laut Leitlinie helfen Nasenspülungen mit Salzwasser, kortisonhaltige Nasensprays, abschwellende Nasensprays für höchstens eine Woche und Schmerzmittel. Antibiotika sind nur bei schwerem Verlauf nötig. Bei chronischer Sinusitis über drei Monate sollte eine HNO-Ärztin oder ein HNO-Arzt untersuchen. Siehe auch Luffa operculata.
Häufige Fragen
Hilft Kalium bichromicum bei Sinusitis?
Ein Nutzen ist nicht belegt. Nasenspülungen und Kortison-Nasensprays sind besser untersucht.
Ist Kalium bichromicum giftig?
Der Ausgangsstoff ist giftig und krebserregend. In D6 und höher ist keine Vergiftung zu erwarten.
Was bedeutet „fadenziehender Schleim“?
Zäher Schleim, der sich in Fäden ziehen lässt. In der Homöopathie gilt das als Leitsymptom für dieses Mittel.


