Willkommen! Wir erklären Globuli und ihre Anwendung in der Homöopathie. Gut zu wissen: Eine Wirkung homöopathischer Mittel ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Unsere Artikel informieren, ersetzen aber keinen Arztbesuch. So arbeiten wir

Carduus marianus: Mariendistel als Globuli und Pflanzenmittel für die Leber

Die Mariendistel ist eine der bekanntesten Heilpflanzen für die Leber. Als homöopathisches Mittel Carduus marianus wird sie auch zum „Entgiften“ beim Abnehmen empfohlen. Hier liest du, was belegt ist und was nicht.

Von Sebastian Beier · Zuletzt geprüft am

Blühende Mariendistel mit purpurner Blüte und weiß geaderten, stacheligen Blättern auf einer sonnigen Wiese

Was ist die Mariendistel?

Die Mariendistel ist eine kräftige, bis zu 1,5 Meter hohe Distel aus dem Mittelmeerraum. Typisch sind ihre purpurnen Blütenköpfe und die großen, stacheligen Blätter mit weißer Marmorierung. Der Legende nach stammen die weißen Adern von der Milch der Jungfrau Maria, daher der Name, auch im Englischen („milk thistle“).

Schon in der Antike wurde die Pflanze bei Lebererkrankungen eingesetzt. In den 1960er-Jahren isolierten Forscher aus den Früchten das Silymarin, eine Mischung mehrerer Flavonolignane, mit dem Hauptbestandteil Silibinin.

Pflanzenmittel und Homöopathie: zwei verschiedene Dinge

Pflanzliches ArzneimittelHomöopathisches Mittel
Name auf der PackungMariendistel, SilymarinCarduus marianus
InhaltExtrakt aus den Früchten, meist 100–200 mg Silymarin pro KapselVerdünnung aus Urtinktur, meist Ø bis D6
PrinzipWirkstoff in messbarer Mengehomöopathische Lehre
Studieneinige, mit gemischten Ergebnissenkeine aussagekräftigen

Achte beim Kauf darauf, was du eigentlich willst. Wer in der Apotheke „etwas mit Mariendistel“ verlangt, bekommt je nach Gespräch das eine oder das andere.

Wofür wird Carduus marianus in der Homöopathie eingesetzt?

Boericke beschreibt Carduus marianus als Mittel, dessen Wirkung sich auf Leber und Pfortadersystem konzentriert: Schmerzen in der Lebergegend, Gelbsucht, bitterer Geschmack, Übelkeit, Krampfadern und Beschwerden nach übermäßigem Alkohol, „besonders Bier“. Er empfahl Urtinktur und niedrige Potenzen. Heute wird das Mittel genannt bei:

  • Leber- und Gallenbeschwerden, Völlegefühl nach fettem Essen
  • „Entgiftung“ und „Leberreinigung“, auch begleitend beim Abnehmen
  • Krampfadern und Hämorrhoiden

Dosierung und Potenzen

Homöopathisch wird Carduus marianus meist als Urtinktur oder in D2 bis D6 verwendet, typischerweise 5 Tropfen oder 5 Globuli 2- bis 3-mal täglich. Pflanzliche Mariendistel-Präparate werden nach Silymarin-Gehalt dosiert, laut den Packungsbeilagen oft im Bereich von etwa 200 bis 420 mg Silymarin am Tag, auf mehrere Gaben verteilt. Halte dich an die jeweilige Packungsbeilage.

Was sagt die Forschung?

Eine Ausnahme gibt es: Bei der lebensgefährlichen Knollenblätterpilz-Vergiftung wird der Wirkstoff Silibinin im Krankenhaus als Infusion eingesetzt. Das ist Notfallmedizin und hat mit Globuli oder Kapseln nichts zu tun.

Nebenwirkungen und Hinweise

Homöopathische Globuli bestehen aus Zucker, Urtinkturen und Dilutionen enthalten Alkohol. Pflanzliche Mariendistel-Präparate sind meist gut verträglich, können aber leicht abführend wirken. Menschen mit einer Allergie gegen Korbblütler (etwa Arnika, Kamille oder Ringelblume) können allergisch reagieren.

Was der Leber sonst noch hilft

Die häufigste Lebererkrankung in Deutschland ist die Fettleber, meist durch Übergewicht, Bewegungsmangel, Zucker und Alkohol. Hier ist die Studienlage eindeutig: Schon 5 bis 10 Prozent Gewichtsabnahme verringert das Leberfett deutlich. Dazu kommen weniger Alkohol, weniger zuckerhaltige Getränke und regelmäßige Bewegung. Bei manchen Menschen kommen heute auch Medikamente infrage, die der Arzt verschreibt.

Wie du dauerhaft abnimmst, steht im Ratgeber Gesund abnehmen. Weitere Mittel, die zum Abnehmen genannt werden, findest du in der Liste der Globuli zum Abnehmen.

Häufige Fragen

Hilft Mariendistel beim Abnehmen?

Nein. Weder homöopathisches Carduus marianus noch Silymarin-Kapseln führen nachweislich zu Gewichtsverlust. Umgekehrt hilft Abnehmen der Leber nachweislich.

Kann man mit Mariendistel die Leber entgiften?

Die Leber entgiftet selbst. Ein Mittel, das diese Arbeit bei gesunden Menschen messbar verbessert, ist nicht bekannt. Am meisten entlastest du deine Leber mit weniger Alkohol und einem gesunden Gewicht.

Hilft Mariendistel bei Fettleber?

Die bisherigen Studien zeigen keinen überzeugenden Nutzen. Wirksam ist vor allem Gewichtsabnahme. Sprich mit deinem Arzt, wenn bei dir eine Fettleber festgestellt wurde.

Was ist der Unterschied zwischen Carduus marianus und Okoubaka?

Beide werden bei Verdauung und „Entgiftung“ genannt. Carduus stammt aus der europäischen Heilpflanzentradition, Okoubaka ist eine westafrikanische Baumrinde. Für beide fehlen Wirknachweise als Globuli.