Globuli bei Fieber: Mittel, Studienlage und wann Fieber gefährlich wird
Fieber macht Sorgen, besonders bei Kindern. Viele greifen dann zu Globuli. Hier erfährst du, welche Mittel genannt werden, was Studien zeigen und woran du erkennst, dass du schnell ärztliche Hilfe brauchst.

Worum geht es bei Fieber?
Von Fieber spricht man meist ab 38,0 °C. Am genauesten misst du im Po. Im Ohr, im Mund oder an der Stirn sind die Werte weniger zuverlässig. Bei Fieber erhöht der Körper seine Temperatur, um Erreger besser abzuwehren. Häufigste Ursachen sind Virusinfekte wie Erkältung, Grippe oder Magen-Darm-Infekt. Auch Bakterien können Fieber auslösen, zum Beispiel bei Harnwegs- oder Mittelohrentzündungen.
Fieber ist meist nicht gefährlich und muss nicht immer gesenkt werden. Wichtig ist, wie es dem Menschen geht: Trinkt er genug, ist er ansprechbar, kann er sich zwischendurch noch freuen?
Bei kleinen Kindern kann Fieber einen Fieberkrampf auslösen. Er betrifft meist Kinder zwischen etwa sechs Monaten und fünf Jahren. Die meisten Anfälle sind nach wenigen Minuten vorbei und bleiben ohne Folgen. Sie sehen aber sehr beängstigend aus und gehören immer ärztlich abgeklärt. Fiebersenkende Mittel verhindern Fieberkrämpfe übrigens nicht sicher.
Welche Globuli werden bei Fieber genannt?
Die Angaben beruhen auf dem Arzneimittelbild von Boericke (1927). Das ist ein historischer Text und kein Wirksamkeitsnachweis.
| Mittel | Wird genannt bei … |
|---|---|
| Aconitum | plötzlichem, heftigem Beginn einer akuten Erkrankung mit Fieber, dazu Angst und Unruhe. Boericke nennt es ein sehr wertvolles Fiebermittel („febrifuge“) bei seelischer Angst und Unruhe. |
| Belladonna | plötzlichem, heftigem Beginn mit heißer, roter Haut, gerötetem Gesicht und pochenden Halsschlagadern. Boericke nennt es auch ein großes Kindermittel. |
| Ferrum phosphoricum | dem Anfangsstadium fieberhafter Zustände und Entzündungen. Boericke stellt es zwischen die Heftigkeit von Aconitum und Belladonna und die Mattigkeit von Gelsemium. |
Boericke nennt für Ferrum phosphoricum Potenzen von der dritten bis zur zwölften. Hersteller geben auf der Packung eigene Hinweise. Halte dich an die Packungsbeilage.
Bei Belladonna und Aconitum sind Zubereitungen bis einschließlich D3 verschreibungspflichtig, weil die Ausgangspflanzen giftig sind. Wichtig: Globuli ersetzen bei Fieber keine ärztliche Abklärung, vor allem nicht bei Babys. Mehr zur Anwendung bei Babys findest du in Globuli für Babys. Mehr zu Infekten liest du in Globuli bei Erkältung.
Was sagt die Forschung?
Fieber steigt und fällt oft von selbst im Verlauf einer Erkrankung. Wer gerade Globuli genommen hat, bringt eine Besserung deshalb leicht mit dem Mittel in Verbindung.
Was bei Fieber sonst noch hilft
Allgemein:
- Ruhe, solange du dich schwach fühlst.
- Viel trinken: Wasser oder Tee, bei Kindern öfter am Tag in kleinen Schlucken. Babys oft anlegen oder das Fläschchen anbieten. Fieber erhöht den Flüssigkeitsbedarf.
- Leichte Kleidung und eine dünne Decke. Pack dich nicht warm ein, wenn dir heiß ist. Bei Schüttelfrost darfst du dich zudecken.
- Das Zimmer angenehm kühl halten.
- Temperatur und Zustand beobachten, bei Kindern auch Trinkmenge und nasse Windeln.
Wadenwickel:
- Nur lauwarm, nie eiskalt, und nur wenn Hände und Füße warm sind. Nicht bei Schüttelfrost oder während das Fieber steigt.
- Bei Säuglingen nur nach ärztlichem Rat.
- Brich ab, wenn dem Kind kalt wird oder es sich wehrt. Der Nutzen ist begrenzt.
Fiebersenkende Medikamente:
- Paracetamol oder Ibuprofen können helfen, wenn das Fieber stark belastet oder Schmerzen dazukommen.
- Bei Kindern richtet sich die Dosis nach dem Körpergewicht, nicht nach dem Alter. Nutze nur Zubereitungen für Kinder und die Dosierspritze oder den Messbecher aus der Packung.
- Ibuprofen ist erst ab dem Alter oder Gewicht erlaubt, das auf der Packung steht. Wenn dein Kind kaum trinkt oder viel erbricht, frag vorher in der Praxis nach.
- Lass dich bei Babys und Kleinkindern in der Kinderarztpraxis oder Apotheke zur richtigen Menge beraten. Halte die Abstände zwischen den Gaben ein und gib nicht mehrere Präparate mit demselben Wirkstoff.
- Schwangere sprechen vor jeder Einnahme mit Ärztin, Arzt oder Apotheke. Ibuprofen ist besonders im letzten Drittel der Schwangerschaft nicht geeignet.
- Kein ASS (Acetylsalicylsäure, Aspirin) bei Kindern und Jugendlichen mit Fieber. ASS wird mit dem seltenen, aber gefährlichen Reye-Syndrom in Verbindung gebracht, das Leber und Gehirn schädigen kann.
Vorbeugen: Händewaschen, Abstand zu Erkrankten und die von der STIKO empfohlenen Impfungen schützen vor vielen Erkrankungen, die mit Fieber einhergehen.
Häufige Fragen
Welche Globuli sind bei Fieber die besten?
Für kein Mittel ist eine Wirkung belegt, die über Placebo hinausgeht. In der Homöopathie werden vor allem Aconitum, Belladonna und Ferrum phosphoricum genannt. Bewährt haben sich Flüssigkeit, Ruhe und bei Bedarf Paracetamol oder Ibuprofen.
Ab wann ist Fieber bei Kindern gefährlich?
Die Zahl auf dem Thermometer allein entscheidet nicht. Bei Säuglingen unter 3 Monaten brauchst du schon ab 38,0 °C sofort ärztlichen Rat, bei Babys von 3 bis 6 Monaten ab 39,0 °C. Bei älteren Kindern zählen Zustand, Trinkmenge und Dauer: Hält das Fieber länger als 3 Tage an, geh in die Kinderarztpraxis.
Muss ich Fieber immer senken?
Nein. Fieber hilft dem Körper bei der Abwehr. Senken kannst du es, wenn du stark darunter leidest oder dein Kind sich sehr unwohl fühlt. Der Zustand zählt mehr als die Zahl auf dem Thermometer.
Wie erkenne ich Petechien?
Es sind winzige rote bis violette Punkte oder Flecken auf der Haut. Wenn du ein Glas daraufdrückst, bleiben sie sichtbar. Kommt Fieber dazu, wähle sofort den Notruf 112.
Darf ich Kindern mit Fieber Aspirin geben?
Nein. ASS ist bei Kindern und Jugendlichen mit Fieber wegen des Risikos eines Reye-Syndroms nicht geeignet. Geeignet sind Paracetamol oder Ibuprofen in der Dosis, die zum Gewicht passt, laut Packungsbeilage oder nach Beratung.


