Willkommen! Wir erklären Globuli und ihre Anwendung in der Homöopathie. Gut zu wissen: Eine Wirkung homöopathischer Mittel ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Unsere Artikel informieren, ersetzen aber keinen Arztbesuch. So arbeiten wir

Globuli bei Sonnenbrand: welche Mittel genannt werden und was wirklich hilft

Ein Tag am See, ein Moment nicht eingecremt, und abends brennt die Haut. Hier findest du die Mittel, die in der Homöopathie genannt werden, die ehrliche Studienlage und die Erste Hilfe, die wirklich lindert.

Von Sebastian Beier · Zuletzt geprüft am

Schattiger Platz am Strand mit Sonnenschirm, Sonnenhut, Sonnencreme-Tube und Wasserflasche auf einem Handtuch

Worum geht es beim Sonnenbrand?

Ein Sonnenbrand ist eine akute Entzündung der Haut durch UV-Strahlung. Die Haut rötet sich, wird heiß, spannt und schmerzt. Meist zeigt sich das erst einige Stunden nach dem Sonnenbad. Der Höhepunkt liegt oft am nächsten Tag. Danach schuppt sich die Haut.

Bei schweren Fällen kommen Blasen dazu. Das entspricht einer Verbrennung zweiten Grades. Wenn große Flächen betroffen sind, können auch Übelkeit, Kopfschmerzen und Fieber auftreten.

Wichtig zu wissen: UV-Strahlung schädigt das Erbgut der Hautzellen. Wiederholte Sonnenbrände, besonders in Kindheit und Jugend, erhöhen das Risiko für Hautkrebs, auch für den schwarzen Hautkrebs (Melanom). Die Haut „vergisst“ Sonnenschäden nicht.

Welche Globuli werden bei Sonnenbrand genannt?

MittelWird genannt bei …
Cantharisbrennender, roher Haut, Blasenbildung, Verbrennungen
Urtica urens (Brennnessel)Rötung mit Brennen und Stechen, Nesselausschlag, Verbrennungen, die auf die Haut beschränkt sind
Apis mellificageschwollener, rosiger, stechend schmerzender Haut, die Hitze nicht verträgt
Belladonnastark geröteter, heißer Haut mit pochenden Schmerzen

Boericke beschreibt bei Cantharis unter „Skin“ ausdrücklich Sonnenbrand. Dazu nennt er Verbrennungen und Verbrühungen mit Rohheit und Brennen, die durch kalte Anwendungen besser werden. Als Dosis nennt er die sechste bis dreißigste Potenz. Örtlich bei Verbrennungen nennt er niedrige Potenzen (1x und 2x) in Wasser oder als Salbe. Solche Zubereitungen sind nicht für die Selbstbehandlung geeignet, vor allem nicht auf offener Haut.

Bei Urtica urens nennt Boericke Rötung mit Brennen und Stechen, Nesselausschlag, Verbrennungen und Verbrühungen sowie „Burn confined to skin“, also Verbrennungen, die auf die Haut beschränkt sind. Als Dosis nennt er Urtinktur und niedrige Potenzen.

Bei Apis beschreibt Boericke Schwellungen mit rosiger Rötung, stechende Schmerzen und eine Unverträglichkeit von Hitze und Berührung. Besser wird es laut Boericke an der frischen Luft, beim Aufdecken und durch kaltes Baden.

Belladonna wird in der Homöopathie bei heißer, hochroter Haut genannt. Ein Boericke-Text dazu liegt diesem Artikel nicht bei. Belladonna wird aus der giftigen Tollkirsche hergestellt. Zubereitungen bis einschließlich D3 sind verschreibungspflichtig.

Hersteller nennen bei akuten Beschwerden meist mehrere Gaben in kurzen Abständen, die dann seltener werden. Halte dich an die Packungsbeilage.

Was sagt die Forschung?

Was bei Sonnenbrand sonst noch hilft

Sofort:

  • Raus aus der Sonne. Geh in den Schatten oder ins Haus.
  • Kühlen: Kühle, aber nicht eiskalte Umschläge, ein feuchtes Tuch oder eine kühle Dusche, mehrmals täglich für einige Minuten. Kein Eis direkt auf die Haut, sonst drohen Kälteschäden.
  • Viel trinken. Über die geschädigte Haut geht viel Flüssigkeit verloren.

In den nächsten Tagen:

  • Feuchtigkeitslotion oder ein After-Sun-Gel, am besten ohne Parfüm. Aloe-Vera-Gel kühlt angenehm, ist aber vor allem eine Wohlfühlmaßnahme. Quarkumschläge nicht auf Blasen oder offene Haut legen.
  • Keine Hausmittel wie Öl, Butter oder Mehl auf die Haut geben. Verzichte auch auf Cremes mit betäubenden Wirkstoffen, denn sie können Allergien auslösen.
  • Ibuprofen kann Schmerzen und Entzündung lindern. Nimm es nach Packungsbeilage. Bei Magenproblemen, Nierenerkrankungen, in der Schwangerschaft oder wenn du andere Medikamente nimmst, frag vorher in der Apotheke oder ärztlich nach. Paracetamol ist eine Alternative gegen Schmerzen. Für Kinder richtet sich die Dosis nach dem Gewicht. Frag hier in der Kinderarztpraxis oder Apotheke.
  • Lockere, luftige Kleidung tragen. Blasen nicht aufstechen.
  • Die Haut mindestens bis zur vollständigen Abheilung konsequent vor der Sonne schützen.

Vorbeugen:

  • Mittagssonne meiden, Schatten suchen.
  • Kleidung, Hut und Sonnenbrille nutzen.
  • Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor großzügig auftragen und nach dem Baden oder Schwitzen erneuern. Nachcremen verlängert die Schutzzeit nicht, es hält nur den Schutz aufrecht.
  • Babys und Kleinkinder gehören nicht in die direkte Sonne.
  • Hautkrebs-Früherkennung: Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening. Lass auffällige oder wachsende Muttermale ärztlich anschauen.

Häufige Fragen

Gibt es Globuli, die bei Sonnenbrand nachweislich helfen?

Nein. In der Homöopathie werden Cantharis, Urtica urens, Apis und Belladonna genannt. Bewährt sind Kühlen, eine feuchtigkeitsspendende Lotion und bei Bedarf Ibuprofen.

Ist Cantharis bei Sonnenbrand empfehlenswert?

Boericke nennt Cantharis bei Sonnenbrand und Verbrennungen. Ein Nutzen über Placebo hinaus ist nicht belegt. Cantharidin, der Wirkstoff der Spanischen Fliege, reizt die Haut stark. Wende solche Zubereitungen deshalb nicht selbst auf der Haut an.

Soll ich Blasen aufstechen?

Nein. Die Blase schützt die Haut darunter vor Keimen. Bei großen oder schmerzhaften Blasen lass dich ärztlich behandeln.

Wann ist ein Sonnenbrand bei Kindern ein Notfall?

Bei Säuglingen und Kleinkindern solltest du einen Sonnenbrand immer ärztlich abklären lassen, besonders bei Blasen, Fieber, Trinkschwäche oder Teilnahmslosigkeit. Bei Bewusstlosigkeit oder Krampfanfall rufst du die 112.

Erhöht Sonnenbrand wirklich das Hautkrebsrisiko?

Ja. Wiederholte Sonnenbrände, vor allem in jungen Jahren, gelten als wichtiger Risikofaktor für Hautkrebs. Guter Sonnenschutz ist die wirksamste Vorbeugung.