Globuli bei Verstopfung: was genannt wird und was den Darm in Schwung bringt
Der Darm will nicht, und der Bauch drückt. Viele greifen dann zu Globuli. Hier erfährst du, welche Mittel in der Homöopathie genannt werden und was deinen Darm nachweislich wieder in Gang bringt.

Worum geht es bei Verstopfung?
Ärztinnen und Ärzte sprechen von Verstopfung (Obstipation), wenn der Stuhlgang selten ist, der Stuhl hart und trocken ist, du stark pressen musst oder du das Gefühl hast, dich nicht richtig zu entleeren. Wie oft sich der Darm meldet, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Entscheidend ist, ob du darunter leidest.
Häufige Ursachen sind:
- zu wenig Ballaststoffe und zu wenig Flüssigkeit
- wenig Bewegung
- unterdrückter Stuhldrang, zum Beispiel auf Reisen oder bei Stress
- Medikamente, etwa starke Schmerzmittel (Opioide), Eisenpräparate oder manche Mittel gegen Depressionen
- Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder Diabetes
- Schwangerschaft und höheres Alter
Auch bei einer Diät kann der Darm träge werden, wenn du weniger isst und trinkst. Mehr dazu liest du in Gesund abnehmen.
Welche Globuli werden bei Verstopfung genannt?
Die Homöopathie ordnet Mittel nach dem Gesamtbild einer Person zu, nicht nur nach einem einzelnen Symptom. Die folgende Übersicht beruht auf den Einträgen im Handbuch von Boericke (1927). Das ist ein historischer Text und keine medizinische Anleitung.
| Mittel | Wird genannt bei … |
|---|---|
| Nux vomica | häufigem, erfolglosem Stuhldrang, dem Gefühl, nicht fertig zu sein, sitzender Lebensweise |
| Bryonia | hartem, trockenem Stuhl, trockenen Schleimhäuten, starkem Durst |
| Alumina | hartem, trockenem, knotigem Stuhl ohne Drang, starkem Pressen |
| Lycopodium | hartem, kleinem Stuhl, erfolglosem Drang, Blähbauch schon nach kleinen Mahlzeiten |
Nux vomica: Boericke beschreibt Verstopfung mit häufigem, vergeblichem Drang und dem Gefühl, ein Teil bleibe zurück. Er nennt auch den Wechsel von Verstopfung und Durchfall nach übermäßigem Gebrauch von Abführmitteln. Fehlt jeder Stuhldrang, ist das Mittel laut Boericke nicht angezeigt. Zum typischen Bild gehört bei ihm eine sitzende Lebensweise mit viel Kopfarbeit.
Bryonia: Boericke nennt trockene Schleimhäute, großen Durst und einen Stuhl, der hart und trocken ist, „wie verbrannt“, und zu groß erscheint.
Alumina: Boericke beschreibt harten, trockenen, knotigen Stuhl ohne Drang. Selbst weicher Stuhl werde nur mit Mühe und starkem Pressen entleert. Er nennt das Mittel bei Säuglingen, bei älteren Menschen mit trägem Enddarm und bei Frauen mit sehr sitzender Lebensweise.
Lycopodium: Boericke führt einen trägen Darm mit erfolglosem Drang an. Der Stuhl sei hart, schwer zu entleeren, klein und unvollständig. Dazu kommt ein Bauch, der schon nach einer leichten Mahlzeit gebläht und voll ist.
Hersteller nennen meist niedrige bis mittlere Potenzen und eine Einnahme in Abständen. Halte dich an die Packungsbeilage. Nux vomica wird aus der Brechnuss hergestellt, die Strychnin enthält. Bis einschließlich D3 ist sie deshalb verschreibungspflichtig. Bryonia stammt von der giftigen Zaunrübe. Niedrige Potenzen sind nicht für die Selbstbehandlung geeignet. Nicht jedes Mittel passt für Kinder oder Schwangere, frag im Zweifel in der Apotheke. Seit dem 30. Juli 2026 erstatten die gesetzlichen Krankenkassen keine homöopathischen Arzneimittel mehr.
Was sagt die Forschung?
Verstopfung schwankt oft von selbst. Dazu kommt: Wer etwas gegen seine Beschwerden unternimmt, trinkt oft mehr, isst bewusster und bewegt sich mehr. Genau diese Veränderungen können dem Darm helfen.
Was dem Darm sonst noch hilft
Ernährung und Trinken:
- Ballaststoffe: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Haferflocken. Steigere die Menge langsam, sonst bekommst du Blähungen.
- Flohsamenschalen oder Leinsamen: Sie quellen im Darm auf. Trink reichlich dazu, sonst können sie die Verstopfung sogar verschlimmern.
- Genug Flüssigkeit: Wasser oder ungesüßter Tee. Ballaststoffe brauchen Wasser, um zu wirken. Mehr zu trinken hilft vor allem dann, wenn du vorher zu wenig getrunken hast.
- Getrocknete Pflaumen werden oft empfohlen. Wie gut sie wirken, ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Bewegung und Gewohnheiten:
- Beweg dich regelmäßig: Spazieren, Radfahren, Treppen steigen. Bewegung kann die Darmtätigkeit anregen.
- Feste Zeit: Viele spüren nach dem Frühstück den stärksten Drang. Nimm dir dann in Ruhe Zeit.
- Unterdrück den Stuhldrang nicht.
- Ein kleiner Fußhocker vor der Toilette bringt dich näher an die Hockhaltung und erleichtert manchen die Entleerung.
Abführmittel aus der Apotheke:
- Macrogol hält Wasser im Darm und macht den Stuhl weicher. Es wird bei Verstopfung oft als erstes Mittel eingesetzt und gilt als gut verträglich. Du löst es in Wasser auf, so wie es in der Packungsbeilage steht.
- Lactulose wirkt ähnlich, macht aber häufiger Blähungen.
- Stimulierende Mittel wie Bisacodyl oder Natriumpicosulfat wirken ebenfalls gut. Die frühere Sorge, sie würden bei längerer Einnahme den Darm schädigen, gilt heute als weitgehend widerlegt. Wenn du Abführmittel regelmäßig brauchst, sprich trotzdem mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, damit die Ursache geklärt wird.
Lass dich in der Apotheke beraten, besonders wenn du dauerhaft Medikamente nimmst, schwanger bist oder es um ein Kind geht.
Darmkrebsvorsorge nicht vergessen
Ab 50 Jahren bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen Untersuchungen zur Darmkrebsfrüherkennung, zum Beispiel einen Stuhltest auf verstecktes Blut und die Darmspiegelung. Was dir genau zusteht und in welchen Abständen, hängt vom Alter ab. Kommt Darmkrebs in deiner Familie vor, kann eine frühere Vorsorge sinnvoll sein. Frag in deiner Hausarztpraxis nach. Eine neue Verstopfung heißt nicht, dass du Darmkrebs hast. Sie ist aber ein guter Grund, die Vorsorge ernst zu nehmen.
Häufige Fragen
Welche Globuli werden bei Verstopfung am häufigsten genannt?
In der Homöopathie werden vor allem Nux vomica, Bryonia, Alumina und Lycopodium genannt. Ein Nutzen über den Placeboeffekt hinaus ist für keines davon belegt. Ballaststoffe, Flüssigkeit und Bewegung haben eine bessere Grundlage.
Wie lange darf Verstopfung dauern, bis ich zum Arzt gehe?
Hält sie länger als etwa drei Wochen an oder kommt sie immer wieder, lass sie abklären. Bei Blut im Stuhl, Gewichtsverlust oder starken Schmerzen geh sofort.
Ist Macrogol sicher?
Macrogol gilt bei Verstopfung als gut verträglich und wird häufig eingesetzt. Halte dich an die Packungsbeilage. Bei Vorerkrankungen, in der Schwangerschaft oder bei Kindern frag vorher in der Apotheke oder Praxis.
Darf ich Abführmittel dauerhaft nehmen?
Viele Abführmittel wie Macrogol, Bisacodyl oder Natriumpicosulfat gelten auch bei längerer Einnahme als vertretbar. Wenn du sie regelmäßig brauchst, kläre die Ursache aber gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Hilft viel Trinken allein?
Zu wenig Flüssigkeit kann Verstopfung verstärken. Wenn du ohnehin genug trinkst, bringt zusätzliches Trinken aber meist wenig. Am besten wirkt die Kombination aus Ballaststoffen, Wasser und Bewegung.


