Calendula: Globuli und Ringelblumensalbe bei Wunden im Überblick
Die Ringelblume kennt fast jeder aus dem Garten oder aus der Salbentube. Aber Salbe und Globuli sind zwei ganz verschiedene Dinge. Hier erfährst du, was dahintersteckt und wie du Wunden wirklich gut versorgst.

Was ist Calendula?
Calendula ist die Ringelblume. Sie blüht gelb bis orange und gehört zur Familie der Korbblütler. Verwendet werden die Blüten. Die Ringelblume ist eine alte Heilpflanze und wird schon lange für die Haut genutzt.
Wichtig ist der Unterschied zwischen den Darreichungsformen:
- Ringelblumensalbe enthält Auszüge aus den Blüten. Es gibt sie als traditionelles pflanzliches Arzneimittel und als Pflegeprodukt. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat eine Monographie zur Ringelblumenblüte veröffentlicht. Darin wird die Anwendung auf der Haut bei kleinen Hautentzündungen, zum Beispiel Sonnenbrand, und zur Unterstützung der Heilung kleiner Wunden genannt. Diese Einstufung beruht auf traditioneller Verwendung, nicht auf starken Wirkbelegen.
- Calendula Globuli sind homöopathisch aufbereitet, zum Beispiel in Potenzen wie D4, D6, D12 oder C30. Bei jeder D-Stufe wird 1:10 verdünnt, bei jeder C-Stufe 1:100. Ab etwa D24 bzw. C12 ist rechnerisch kein einziges Molekül des Ausgangsstoffs mehr enthalten. Mehr dazu bei den D6-Globuli und den D12-Globuli.
Die Salbe bringt also tatsächlich Inhaltsstoffe der Pflanze auf die Haut. Bei Globuli ist das nicht so. Darum solltest du beides nicht in einen Topf werfen.
Wofür wird Calendula in der Homöopathie eingesetzt?
Boericke beschreibt Calendula als ein „bemerkenswertes Heilmittel“, das örtlich angewendet wird. Er nennt unter anderem:
- offene Wunden, Stellen, die nicht heilen wollen, und Geschwüre
- Förderung gesunder Granulation und rascher Heilung ohne Komplikationen (per primam)
- Blutstillung nach dem Zahnziehen
- Risswunden der Kopfhaut
- oberflächliche Verbrennungen und Verbrühungen
- Schmerz, der „in keinem Verhältnis zur Verletzung“ steht
- Verschlechterung bei feuchtem, schwerem, wolkigem Wetter
Daneben nennt Boericke weitere Bereiche wie Augen, Ohren, Atemwege, Magen und Frauenbeschwerden.
Bei Verletzungen werden in der Homöopathie oft mehrere Mittel verglichen. Boericke nennt zum Vergleich Hamamelis, Hypericum, Symphytum und Arnica. Als ergänzendes Mittel nennt er Hepar sulfuris.
Dosierung und Potenzen
Boericke nennt Calendula in erster Linie für die äußere Anwendung: als wässrige Zubereitung für Wunden und als Wachssalbe (Cerat) für Verbrennungen, wunde Stellen, Schrunden und Abschürfungen. Für die Einnahme nennt er die Tinktur bis zur dritten Potenz.
Calendula Globuli gibt es in verschiedenen Potenzen. Hersteller nennen meist einige Globuli ein- bis dreimal täglich. Halte dich an die Packungsbeilage. Auch bei der Salbe gilt die Gebrauchsinformation des jeweiligen Produkts.
Was sagt die Forschung?
Nebenwirkungen und Hinweise
Korbblütlerallergie: Bist du allergisch auf Korbblütler wie Arnika, Kamille, Beifuß oder Chrysanthemen, kann auch die Ringelblume Hautreaktionen auslösen. Das betrifft vor allem die Salbe. Typisch sind Rötung, Juckreiz und Ausschlag. Setze die Salbe dann ab. Hast du eine bekannte Allergie, frag vorher in der Apotheke oder Arztpraxis nach.
Wunden: Salbe gehört nicht in tiefe, stark verschmutzte oder stark blutende Wunden und auch nicht auf Brandblasen. Solche Wunden müssen zuerst ärztlich versorgt werden. Bei Kindern, in der Schwangerschaft und in der Stillzeit sprich vorher mit der Apotheke oder Arztpraxis, wenn die Packungsbeilage keine klare Auskunft gibt.
Was dir bei Wunden sonst noch hilft
Bei kleinen Wunden sind diese Maßnahmen die Basis:
- Hände waschen: Fass die Wunde möglichst nur mit sauberen Händen an.
- Blutung stillen: Drück ein sauberes Tuch oder eine Kompresse auf die Wunde.
- Sauber spülen: Spül Schmutz mit klarem, fließendem Leitungswasser aus. Reibe nicht in der Wunde. Wenn du möchtest, kannst du ein Wundantiseptikum aus der Apotheke verwenden.
- Keine Hausmittel in die Wunde: Mehl, Zahnpasta, Butter oder Öl haben in Wunden und auf Verbrennungen nichts zu suchen.
- Abdecken: Ein Pflaster oder ein steriler Verband schützt vor Schmutz. Wechsle ihn, wenn er nass oder schmutzig wird.
- Beobachten: Achte in den folgenden Tagen auf die oben genannten Warnzeichen.
Tetanusschutz prüfen: Tetanus (Wundstarrkrampf) kann auch über kleine, verschmutzte Wunden in den Körper gelangen. Die STIKO empfiehlt eine Grundimmunisierung und für Erwachsene eine Auffrischung alle 10 Jahre. Nach einer Verletzung kann je nach Wunde und Abstand zur letzten Impfung schon früher eine Auffrischung nötig sein. Schau in deinen Impfpass. Fehlt der Schutz oder ist er unklar, lass dich bei einer Verletzung ärztlich beraten. Das ist wichtiger als jede Salbe und jedes Globuli.
Eine Übersicht weiterer Mittel findest du in der Globuli-Liste A bis Z.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Ringelblumensalbe und Calendula Globuli?
Die Salbe enthält Pflanzenauszüge und wird auf die Haut aufgetragen. Globuli sind homöopathisch verdünnt und werden eingenommen. Gemeinsam haben sie nur die Ausgangspflanze.
Kann ich Calendula Globuli auf die Wunde streuen?
Davon ist abzuraten. Globuli bestehen aus Zucker und gehören nicht in eine offene Wunde. Boericke nennt für die äußere Anwendung wässrige Zubereitungen und Salbe, keine Globuli.
Darf ich Ringelblumensalbe bei einer Korbblütlerallergie verwenden?
Besser nicht ohne Rücksprache. Die Ringelblume gehört selbst zu den Korbblütlern und kann bei Allergikern Hautreaktionen auslösen.
Braucht jede Wunde eine Tetanusimpfung?
Nicht jede Wunde, aber dein Schutz sollte aktuell sein. Prüfe deinen Impfpass. Bei tiefen oder verschmutzten Wunden oder unklarem Impfstatus hol dir ärztlichen Rat.
Wird Calendula auch bei Verbrennungen genannt?
Ja, Boericke nennt Calendula bei oberflächlichen Verbrennungen und Verbrühungen. Kühle eine kleine Verbrennung zuerst einige Minuten mit kühlem bis lauwarmem Leitungswasser, nicht mit Eis, und gib keine Salbe auf Blasen oder offene Stellen. Bei großen Flächen ruf die 112. Bei Blasen, bei Verbrennungen an Gesicht, Händen, Füßen, Gelenken oder Genitalbereich und bei Kindern geh zur ärztlichen Behandlung.


