Willkommen! Wir erklären Globuli und ihre Anwendung in der Homöopathie. Gut zu wissen: Eine Wirkung homöopathischer Mittel ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Unsere Artikel informieren, ersetzen aber keinen Arztbesuch. So arbeiten wir

Phosphorus Globuli: Anwendung bei Husten, Nasenbluten und als Konstitutionsmittel

Phosphorus gehört zu den großen Konstitutionsmitteln der Homöopathie. Der Ausgangsstoff ist hochgiftig, in Globuli aber stark verdünnt. Hier erfährst du, was dahintersteckt und was bei Husten oder Nasenbluten wirklich hilft.

Von Sebastian Beier · Zuletzt geprüft am

Heller Holztisch mit einem Glas Wasser, einem Taschentuch und einer kleinen Schale mit weißen Streukügelchen vor einem Fenster

Was ist Phosphorus?

Phosphorus ist der lateinische Name für Phosphor. Für die Homöopathie wird weißer Phosphor verwendet. Das ist eine reine Form des Elements. Sie kann sich an der Luft selbst entzünden und schon in kleinen Mengen schwere Vergiftungen verursachen. Im Körper und in Lebensmitteln kommt Phosphor ganz anders vor: fest gebunden als Phosphat, zum Beispiel in Knochen und Zähnen. In dieser Form ist er lebenswichtig und nicht giftig.

Boericke beschreibt, dass Phosphor Schleimhäute reizt, entzündet und schädigt. Außerdem verändert er nach Boericke das Blut und die Blutgefäße und führt so zu Blutungen. Daraus leitet die Homöopathie ihr Arzneimittelbild ab.

Wofür wird Phosphorus in der Homöopathie eingesetzt?

Der Konstitutionstyp. Boericke nennt als typisch für Phosphorus große, schlanke, schmalbrüstige Menschen mit dünner, durchscheinender Haut. Sie gelten als sehr empfindlich gegenüber Licht, Geräuschen, Gerüchen, Berührung und Gewittern. Als Gemütszüge nennt er gedrückte Stimmung, leichte Reizbarkeit, Ängstlichkeit, große Schreckhaftigkeit und Todesangst, wenn er allein ist. Solche Typenlehren sind eine Tradition der Homöopathie. Wissenschaftlich belegt sind sie nicht.

Atemwege. Boericke nennt Heiserkeit, die abends schlimmer wird, einen sehr schmerzhaften Kehlkopf und einen harten, trockenen, kitzelnden Husten. Der Husten wird schlimmer bei kalter Luft, beim Sprechen, Lachen und Lesen und beim Wechsel aus dem warmen Raum in die Kälte. Auch Engegefühl und Druck auf der Brust sowie rostfarbener oder blutiger Auswurf stehen dort.

Nase und Blutungen. Boericke führt Nasenbluten auf, außerdem chronischen Katarrh mit kleinen Blutungen („das Taschentuch ist immer blutig“), geschwollenes, leicht blutendes Zahnfleisch und anhaltende Blutung nach dem Zahnziehen. Auch Nasenbluten anstelle der Regelblutung wird erwähnt.

Weitere Stichworte bei Boericke sind Durst auf sehr kaltes Wasser, Erbrechen, sobald das Wasser im Magen warm wird, und Magenschmerz, der durch kalte Speisen besser wird. Das sind Beschreibungen aus dem Arzneimittelbild, keine Behandlungsempfehlungen.

Dosierung und Potenzen

Phosphorus gibt es in vielen Potenzen, von D6 und D12 bis zu hohen Potenzen wie C30 oder D30. Hersteller nennen bei akuten Beschwerden meist mehrmals täglich einige Globuli. Bei Konstitutionsmitteln wird in der Homöopathie häufig eine einmalige Gabe einer hohen Potenz genannt, meist nach Auswahl durch eine homöopathisch arbeitende Ärztin oder einen Arzt. Halte dich an die Packungsbeilage.

Was sagt die Forschung?

Nebenwirkungen und Hinweise

In hohen Verdünnungen sind kaum Nebenwirkungen zu erwarten. Niedrige Potenzen enthalten dagegen noch merkliche Mengen des giftigen Ausgangsstoffs und sind nicht für die Selbstbehandlung geeignet. Globuli bestehen aus Zucker (Saccharose). In Schwangerschaft und Stillzeit und bei Kindern sprich vorher mit der Ärztin oder dem Arzt. Seit dem 30. Juli 2026 erstatten die gesetzlichen Krankenkassen keine homöopathischen Arzneimittel mehr.

Was dir bei Husten und Nasenbluten sonst noch hilft

Die DEGAM-Leitlinie zum Husten betont, dass akuter Husten bei Erkältungen meist von selbst abklingt, oft innerhalb von zwei bis drei Wochen. Ruhe und ausreichend Trinken tun vielen gut. Rauchen verschlimmert Husten, ein Rauchstopp lohnt sich doppelt. Bei Reizhusten empfinden viele warme Getränke und Honig als angenehm. Honig ist aber nicht für Kinder unter einem Jahr geeignet. Mehr zu Hausmitteln findest du bei Globuli bei Erkältung.

Gegen Nasenbluten durch trockene Schleimhäute helfen oft eine pflegende Nasensalbe oder ein Kochsalz-Nasenspray, gerade in der Heizperiode. Bohr möglichst nicht in der Nase und schnäuz dich sanft. Ein anderes Mittel mit ähnlichem Namen ist übrigens Acidum phosphoricum.

Häufige Fragen

Ist Phosphorus gefährlich?

Der Ausgangsstoff weißer Phosphor ist extrem giftig. In den üblichen Potenzen wie D6 oder höher ist so wenig davon enthalten, dass keine Vergiftung zu erwarten ist. Niedrige Potenzen sind nicht für die Selbstbehandlung geeignet.

Hilft Phosphorus bei Nasenbluten?

Eine Wirkung ist nicht belegt. Wirksam ist, den Kopf nach vorn zu beugen und die Nasenflügel 10 bis 15 Minuten zusammenzudrücken. Häufiges Nasenbluten solltest du ärztlich abklären lassen.

Was bedeutet „Phosphorus-Typ“?

In der Homöopathie gelten große, schlanke, sehr empfindsame und schreckhafte Menschen als Phosphorus-Typ. Das ist eine Tradition ohne wissenschaftliche Grundlage.

Ist Phosphorus dasselbe wie Phosphat?

Nein. Phosphate sind Verbindungen des Phosphors, die in Lebensmitteln, Knochen und Zellen vorkommen und für den Körper wichtig sind. Phosphorus meint in der Homöopathie das reine, giftige Element weißer Phosphor.

Darf man Phosphorus in der Schwangerschaft nehmen?

Sprich das bitte vorher mit deiner Frauenärztin, deinem Frauenarzt oder deiner Hebamme ab. Niedrige Potenzen sind grundsätzlich nicht für die Selbstbehandlung geeignet.