HCG-Globuli: Was hinter der HCG-Diät steckt
HCG-Globuli gehören zu den meistgesuchten „Abnehm-Globuli“. Versprochen werden bis zu 15 Kilo in wenigen Wochen. Hier liest du, woher die Idee kommt, warum das Abnehmen nichts mit HCG zu tun hat und welche Risiken die Diät hat.
Was ist HCG?
HCG steht für humanes Choriongonadotropin. Das Hormon wird in der Schwangerschaft von der Plazenta gebildet; Schwangerschaftstests weisen genau dieses Hormon nach. Als Medikament wird HCG in der Kinderwunschbehandlung eingesetzt, gespritzt und unter ärztlicher Kontrolle.
Woher kommt die HCG-Diät?
Der britische Arzt Albert T. W. Simeons behauptete in den 1950er-Jahren, kleine HCG-Spritzen würden zusammen mit einer sehr kalorienarmen Kost gezielt „abnormes Fett“ abbauen und Hunger verhindern. Die Kur läuft typischerweise so ab:
- Ladephase (2 Tage): viel und fettreich essen, HCG-Einnahme beginnt.
- Diätphase (meist 21 Tage): höchstens etwa 500 kcal pro Tag, kein Zucker, kaum Fett, kein Alkohol, dazu HCG.
- Stabilisierungsphase (3 Wochen): ohne HCG, weiter ohne Zucker und Stärke.
Zum Vergleich: Eine erwachsene Frau verbraucht im Schnitt etwa 2.000 kcal am Tag, ein Mann etwa 2.500. Wer nur 500 kcal isst, nimmt in jedem Fall schnell ab – mit oder ohne HCG.
HCG-Globuli: Was steckt drin?
Weil HCG-Spritzen verschreibungspflichtig, teuer und für diesen Zweck nicht zugelassen sind, werden heute vor allem homöopathische HCG-Globuli oder -Tropfen verkauft, meist in der Potenz C30. Bei C30 ist das Hormon rechnerisch so stark verdünnt, dass kein einziges Molekül HCG mehr enthalten ist. Die Kügelchen bestehen aus Zucker.
Warum warnen Behörden?
Die US-Arzneimittelbehörde FDA und die Handelsaufsicht FTC haben 2011 Anbieter homöopathischer HCG-Produkte abgemahnt und erklärt, dass diese Produkte illegal vermarktet werden. Die FDA warnt Verbraucher bis heute vor HCG-Diätprodukten: Der Gewichtsverlust sei auf die starke Kalorieneinschränkung zurückzuführen, nicht auf HCG.
In Deutschland ist kein Arzneimittel mit HCG zum Abnehmen zugelassen.
Risiken der HCG-Diät
Das eigentliche Risiko sind nicht die Globuli, sondern die Hungerdiät mit 500 kcal ohne ärztliche Begleitung:
- Gallensteine: Schneller Gewichtsverlust erhöht das Risiko deutlich.
- Herzrhythmusstörungen und Störungen des Mineralstoffhaushalts (z. B. Kalium).
- Muskelabbau: Bei so wenig Energie und Eiweiß verliert der Körper auch Muskelmasse.
- Jo-Jo-Effekt: Nach der Kur steigt das Gewicht oft schnell wieder an, weil sich am Essverhalten nichts dauerhaft geändert hat.
- Mangelerscheinungen: Müdigkeit, Schwindel, Haarausfall, Verstopfung.
Was stattdessen hilft
Ein moderates Defizit von etwa 500 kcal pro Tag (statt einer Diät mit nur 500 kcal) führt zu rund einem halben Kilo Gewichtsverlust pro Woche, schont die Muskeln und lässt sich durchhalten. Wie das im Alltag klappt, erklärt unser Ratgeber Gesund abnehmen. Weitere Mittel, die zum Abnehmen beworben werden, findest du in der Liste der Globuli zum Abnehmen.
Häufige Fragen
Wirken HCG-Globuli?
Nein. In HCG-Globuli der Potenz C30 ist kein HCG mehr enthalten, und selbst echtes HCG hat in Studien beim Abnehmen nicht besser gewirkt als ein Placebo.
Warum berichten so viele von Erfolgen mit der HCG-Diät?
Weil sie wochenlang nur etwa 500 kcal am Tag essen. Damit nimmt jeder schnell ab, ein Teil davon ist anfangs Wasser. Die Globuli spielen dabei keine Rolle.
Sind HCG-Globuli gefährlich?
Die Globuli selbst sind Zuckerkügelchen. Gefährlich kann die extreme Diät sein, die dazu empfohlen wird.
Sind HCG-Produkte in Deutschland erlaubt?
Ein Arzneimittel mit HCG zum Abnehmen ist in Deutschland nicht zugelassen. Homöopathische Produkte mit „HCG“ im Namen werden trotzdem angeboten, teils als Arzneimittel, teils als Zuckerkügelchen mit Lebensmittelstatus.
