Globuli bei Regelschmerzen: welche Mittel genannt werden, Studienlage und was wirklich lindert
Krämpfe im Unterbauch, Rückenschmerzen, keine Lust auf gar nichts: Regelschmerzen kennen sehr viele. Hier erfährst du, welche Globuli dafür genannt werden, was die Forschung sagt und womit du dir wirklich Erleichterung verschaffst.

Worum geht es bei Regelschmerzen?
Fachleute sprechen von Dysmenorrhoe. Man unterscheidet zwei Formen:
- Primäre Regelschmerzen beginnen meist in der Jugend, oft im ersten Jahr nach den ersten Perioden. Dahinter steckt keine erkennbare Erkrankung. Die Gebärmutter bildet zur Periode Botenstoffe, die Prostaglandine. Sie lassen die Muskulatur kräftig zusammenziehen, damit sich die Schleimhaut ablöst. Das verursacht die typischen krampfartigen Schmerzen im Unterbauch, die oft in Rücken und Oberschenkel ausstrahlen. Manche haben dazu Übelkeit, Durchfall oder Kopfschmerzen.
- Sekundäre Regelschmerzen haben eine Ursache, die man behandeln kann. Die häufigste ist die Endometriose: Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, wächst außerhalb der Gebärmutter. Weitere Ursachen sind Adenomyose, Myome, Entzündungen im Becken oder eine Kupferspirale.
Hinweise auf eine sekundäre Ursache: Die Schmerzen beginnen erst Jahre nach der ersten Periode, werden immer stärker, sprechen kaum auf Schmerzmittel an oder treten auch außerhalb der Periode auf. Endometriose wird oft erst nach vielen Jahren erkannt, weil starke Regelschmerzen lange als „normal“ gelten. Das sind sie nicht.
Welche Globuli werden bei Regelschmerzen empfohlen?
| Mittel | Wird genannt bei … |
|---|---|
| Magnesium phosphoricum | krampfartigen Schmerzen, die durch Wärme, Druck und Zusammenkrümmen besser werden |
| Chamomilla | wehenartigen Schmerzen, die als unerträglich empfunden werden, mit Gereiztheit |
| Pulsatilla | verspäteter, spärlicher, wechselhafter Periode mit Frösteln und Übelkeit |
| Viburnum opulus | krampfartigen Schmerzen, die in die Oberschenkel ziehen |
| Cimicifuga | Schmerzen kurz vor der Periode, quer durchs Becken, mit Rückenschmerzen |
Boericke beschreibt diese Mittel in seiner Materia medica so:
- Magnesium phosphoricum nennt er „das große krampflösende Mittel“. Unter den weiblichen Beschwerden führt er Menstruationskoliken und membranöse Dysmenorrhoe auf. Besser wird es durch Wärme, Druck, Reiben und Zusammenkrümmen. Er merkt an, das Mittel wirke besonders gut in heißem Wasser gegeben. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die „heiße Sieben“ aus der Schüßler-Tradition: Magnesium phosphoricum, Salz Nr. 7, wird in heißem Wasser aufgelöst getrunken.
- Chamomilla beschreibt er bei reichlichem, dunklem, geronnenem Blut mit wehenartigen Schmerzen und großer Schmerzempfindlichkeit.
- Pulsatilla ist für ihn vor allem ein Mittel für Frauen. Er nennt eine Periode, die zu spät kommt, spärlich, dunkel, geronnen und wechselhaft ist, dazu Frösteln, Übelkeit und Druck nach unten.
- Viburnum opulus nennt er ein allgemeines Mittel bei Krämpfen. Er beschreibt krampfartige Schmerzen, die die Oberschenkel hinunterziehen, und Schmerzen im Kreuzbein.
- Cimicifuga beschreibt er mit Schmerzen unmittelbar vor der Periode, Schmerzen quer durchs Becken von Hüfte zu Hüfte und Rückenschmerzen. Je stärker die Blutung, desto größer das Leiden.
Wie Globuli eingenommen werden, liest du in Globuli Anwendung. Hersteller nennen meist Potenzen wie D6 oder D12. Halte dich an die Packungsbeilage.
Was sagt die Forschung?
Warum fühlen sich trotzdem viele mit Globuli besser? Regelschmerzen schwanken von Zyklus zu Zyklus und klingen meist nach ein bis drei Tagen von selbst ab. Dazu kommt das bewusste Innehalten: Wer sich um sich kümmert, sich hinlegt und eine Wärmflasche nimmt, tut sich wirklich etwas Gutes.
Was bei Regelschmerzen sonst noch hilft
Schmerzmittel richtig einsetzen:
- Ibuprofen oder Naproxen sind die erste Wahl. Sie bremsen die Bildung der Prostaglandine und setzen so an der Ursache der Krämpfe an.
- Früh nehmen ist der wichtigste Tipp: am besten gleich bei den ersten Anzeichen oder zu Beginn der Blutung, nicht erst, wenn die Schmerzen stark sind.
- Vielen hilft es, in den ersten Tagen nicht zu lange zu warten, bis der Schmerz zurückkommt. Wie oft und wie viel du nehmen darfst, steht in der Packungsbeilage.
- Nicht geeignet sind NSAR zum Beispiel bei Magengeschwüren, Nierenerkrankungen, Asthma, das durch Schmerzmittel ausgelöst wird, in der Schwangerschaft oder zusammen mit blutverdünnenden Medikamenten. Frag im Zweifel in der Apotheke nach. Paracetamol ist eine Alternative, lindert Regelschmerzen aber meist schwächer.
Wärme:
- Eine Wärmflasche, ein Kirschkernkissen, ein Wärmepflaster oder ein warmes Bad entspannen die Muskulatur. Viele empfinden das als sehr wohltuend, und auch Studien sprechen für Wärme.
Bewegung:
- Regelmäßiger Sport über den ganzen Zyklus, etwa Laufen, Radfahren, Schwimmen oder Yoga, kann Regelschmerzen laut Studien verringern. Auch ein Spaziergang während der Periode tut vielen gut.
Hormonelle Verhütung:
- Die Pille und andere hormonelle Methoden, etwa die Hormonspirale, verringern bei vielen die Schmerzen und die Blutungsstärke deutlich. Die Pille kann nach ärztlicher Absprache auch im Langzyklus genommen werden, dann gibt es seltener Blutungen. Sprich mit deiner Frauenarztpraxis, welche Methode zu dir passt.
Weitere Möglichkeiten:
- TENS-Geräte (leichte Stromimpulse über Klebeelektroden) können manchen helfen. Die Studienlage dazu ist aber begrenzt.
- Genug Schlaf, weniger Stress und ein Rauchstopp tun deinem Körper insgesamt gut.
Häufige Fragen
Welche Globuli werden bei Regelschmerzen am häufigsten genannt?
Am häufigsten genannt wird Magnesium phosphoricum, oft als „heiße Sieben“. Eine Wirkung über Placebo hinaus ist für kein Mittel belegt. Nachweislich lindern Ibuprofen oder Naproxen, wenn du sie früh nimmst, dazu Wärme und Bewegung.
Was ist die „heiße Sieben“?
Das ist Schüßler-Salz Nr. 7, Magnesium phosphoricum, aufgelöst in heißem Wasser und schluckweise getrunken. Für eine Wirkung gibt es keine Belege, das warme Getränk selbst kann aber angenehm entspannen.
Ist es normal, dass Regelschmerzen so stark sind?
Leichte bis mäßige Krämpfe sind häufig. Wenn Schmerzen dich regelmäßig lahmlegen oder Schmerzmittel nicht reichen, ist das nicht normal und sollte untersucht werden, zum Beispiel auf Endometriose.
Kann ich Ibuprofen schon vor der Periode nehmen?
Viele Ärztinnen und Ärzte raten, Ibuprofen oder Naproxen gleich zu Beginn der Beschwerden zu nehmen, manche schon kurz vor der erwarteten Periode. Kläre das Timing am besten in deiner Frauenarztpraxis oder Apotheke.
Hilft die Pille gegen Regelschmerzen?
Bei vielen ja. Hormonelle Verhütung macht die Schleimhaut dünner, dadurch werden weniger Prostaglandine gebildet. Ob sie für dich passt, besprichst du am besten in deiner Frauenarztpraxis.


