Magnesium phosphoricum: Schüßler-Salz Nr. 7 und die „Heiße Sieben“
Die „Heiße Sieben“ ist das wohl bekannteste Schüßler-Salz. Sie soll gegen Krämpfe, Regelschmerzen und sogar Heißhunger helfen. Wir rechnen nach, wie viel Magnesium in einer Tablette steckt.

Was ist Magnesium phosphoricum?
Magnesiumphosphat ist ein weißes, kaum wasserlösliches Mineralsalz. Magnesium selbst ist lebenswichtig: Es ist an Hunderten Enzymreaktionen beteiligt, an der Muskel- und Nervenfunktion und am Knochenaufbau. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen 300 bis 350 Milligramm Magnesium pro Tag. Gute Quellen sind Vollkornprodukte, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, grünes Gemüse und Mineralwasser.
Als Schüßler-Salz wird Magnesiumphosphat mit Milchzucker auf die Potenz D6 verrieben und zu Tabletten gepresst.
Die „Heiße Sieben“
Die bekannteste Anwendung ist die sogenannte Heiße Sieben: Zehn Tabletten werden in einer Tasse heißem, abgekochtem Wasser aufgelöst und schluckweise getrunken, jeden Schluck einen Moment im Mund behalten. Das Ritual geht nicht auf Wilhelm Schüßler selbst zurück, sondern auf spätere Anwender. Viele Menschen empfinden es als wohltuend, und ein warmes Getränk in Ruhe zu trinken, entspannt tatsächlich.
Wofür wird Magnesium phosphoricum empfohlen?
Boericke nennt Magnesium phosphoricum „das große krampflösende Mittel“: Krämpfe mit ausstrahlenden Schmerzen, die durch Wärme und Druck besser werden, Regelschmerzen, Koliken, Zahnschmerzen, Schluckauf. Heute wird es genannt bei:
- Muskelkrämpfen, Wadenkrämpfen und Verspannungen
- Regelschmerzen und Bauchkrämpfen
- Kopfschmerzen und Migräne
- Nervosität, Unruhe und Schlafstörungen
- Heißhunger auf Süßes und Schokolade (in Abnehm-Ratgebern)
Die Idee hinter dem letzten Punkt: Wer Lust auf Schokolade hat, habe einen Magnesiummangel, weil Kakao viel Magnesium enthält. Das klingt einleuchtend, ist aber nicht belegt. Heißhunger hat meist ganz andere Gründe.
Dosierung
Üblich ist die Potenz D6. Hersteller nennen für Erwachsene meist 1 bis 2 Tabletten bis zu 6-mal täglich zum Lutschen, für die Heiße Sieben einmalig 10 Tabletten. Halte dich an die Packungsbeilage.
Was sagt die Forschung?
Nebenwirkungen und Hinweise
Schüßler-Tabletten bestehen fast vollständig aus Milchzucker. Bei Laktoseintoleranz können viele Tabletten Blähungen oder Durchfall auslösen. Es gibt laktosefreie Alternativen. Hochdosierte Magnesiumpräparate (nicht Schüßler-Salze) können Durchfall verursachen und bei Nierenschwäche gefährlich werden.
Was dir sonst noch hilft
- Wadenkrämpfe: Den Muskel dehnen, indem du die Zehen Richtung Schienbein ziehst. Regelmäßiges Dehnen vor dem Schlafen kann vorbeugen. Bei häufigen Krämpfen Medikamente prüfen lassen, manche (etwa Entwässerungsmittel) begünstigen Krämpfe.
- Regelschmerzen: Wärme auf dem Bauch, Bewegung und Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Naproxen, rechtzeitig genommen, sind gut belegt.
- Heißhunger auf Süßes: Regelmäßig essen, genug Eiweiß und Ballaststoffe, ausreichend schlafen. Plane Schokolade bewusst in kleinen Mengen ein, statt sie komplett zu verbieten.
Mehr Tipps im Ratgeber Gesund abnehmen und in der Liste der Globuli zum Abnehmen.
Häufige Fragen
Wirkt die Heiße Sieben wirklich?
Ein Nutzen über den Placeboeffekt hinaus ist nicht belegt. Das warme Getränk und die Ruhe beim Trinken können aber entspannen.
Kann ich mit Schüßler-Salz Nr. 7 einen Magnesiummangel ausgleichen?
Nein. Die Menge ist millionenfach zu klein. Bei einem nachgewiesenen Mangel helfen magnesiumreiche Lebensmittel oder Magnesiumpräparate nach ärztlicher Rücksprache.
Hilft Magnesium phosphoricum beim Abnehmen?
Nein, dafür gibt es keinen Beleg.
Wie viele Tabletten Schüßler-Salz Nr. 7 darf man am Tag nehmen?
Halte dich an die Packungsbeilage. Wegen des Milchzuckers können viele Tabletten bei Laktoseintoleranz Beschwerden machen.


