Globuli C30: was die Potenz bedeutet, wie viel Wirkstoff drin ist und wann sie genannt wird
Auf vielen Globuli-Röhrchen steht „C30“. Hier erfährst du, was diese Angabe bedeutet, wie viel vom Ausgangsstoff rechnerisch noch drin ist und warum die Homöopathie diese Potenz so besonders behandelt.

Worum geht es bei C30?
Homöopathische Mittel werden nicht pur verwendet, sondern schrittweise verdünnt. In der Homöopathie heißt das Potenzieren. Der Buchstabe vor der Zahl verrät das Verhältnis, die Zahl die Anzahl der Schritte.
- D steht für „dezimal“: Jeder Schritt verdünnt 1:10.
- C steht für „centesimal“: Jeder Schritt verdünnt 1:100.
Bei einer C-Potenz wird also ein Teil Ausgangslösung mit 99 Teilen Lösungsmittel (meist Wasser-Alkohol-Gemisch) gemischt und kräftig verschüttelt. Unlösliche Stoffe werden in den ersten Stufen stattdessen mit Milchzucker verrieben. Von der Mischung nimmt man wieder einen Teil und mischt ihn mit 99 Teilen. Das wiederholt sich 30-mal. Mit der fertigen flüssigen Potenz werden dann die kleinen Zuckerkügelchen benetzt. Mehr zur Herstellung findest du unter Was sind Globuli?.
Das Rechenbeispiel
Jeder C-Schritt entspricht dem Faktor 100, also 10². Nach 30 Schritten ergibt sich:
100³⁰ = (10²)³⁰ = 10⁶⁰
C30 bedeutet also eine Verdünnung von 1 : 10⁶⁰. Das ist eine 1 mit 60 Nullen, auf Deutsch eine Dezillion. Rechnerisch entspricht C30 damit einer D60, nicht einer D30. Diese Verwechslung kommt häufig vor.
Vergleich mit D6 und D12
| Potenz | Verdünnung | Von 1 g Ausgangsstoff bleibt rechnerisch |
|---|---|---|
| D6 | 1 : 10⁶ (eine Million) | 1 µg (ein Millionstel Gramm) |
| D12 | 1 : 10¹² (eine Billion) | 1 pg (ein Billionstel Gramm) |
| C12 | 1 : 10²⁴ (eine Quadrillion) | 10⁻²⁴ g |
| C30 | 1 : 10⁶⁰ (eine Dezillion) | 10⁻⁶⁰ g |
In einer D6 ist also rechnerisch noch etwas vom Ausgangsstoff vorhanden. Bei einer D12 sind es nur noch winzige Spuren.
Warum kein Molekül mehr drin ist
Ein Mol eines Stoffes enthält rund 6 × 10²³ Teilchen. Diese Zahl heißt Avogadro-Konstante. Verdünnt man ein Mol um den Faktor 10²⁴, also bis C12 (entspricht D24), bleibt rechnerisch weniger als ein Molekül übrig. Ab etwa dieser Stufe ist es also schon unwahrscheinlich, dass überhaupt noch ein Teilchen des Ausgangsstoffs in der Lösung steckt.
C30 liegt noch einmal 18 C-Schritte darüber, ist also um den Faktor 10³⁶ weiter verdünnt. Ein C30-Kügelchen besteht damit praktisch nur aus Zucker, der mit einem verdünnten Alkohol-Wasser-Gemisch benetzt wurde. Die Homöopathie erklärt eine Wirkung deshalb nicht über den Stoff selbst, sondern über eine angenommene „Information“ oder „Arzneikraft“, die durch das Verschütteln übertragen werde. Für diese Vorstellung gibt es keinen naturwissenschaftlichen Nachweis.
Wann wird C30 in der Homöopathie empfohlen?
Die Regeln der Lehre zu Hochpotenzen
Die Einteilung ist nicht einheitlich. Häufig gelten Potenzen bis etwa D12 als Tiefpotenzen, C30 je nach Schule als mittlere oder hohe Potenz und C200 oder höher klar als Hochpotenzen. Für höhere Potenzen nennt die Lehre meist diese Regeln:
- Seltener einnehmen: Höhere Potenzen sollen länger „nachwirken“. Oft wird eine Einzelgabe genannt, danach soll man abwarten.
- Nicht wiederholen, solange es besser wird: Erst bei erneuten Beschwerden soll eine weitere Gabe folgen.
- Passendes Mittelbild: Je höher die Potenz, desto genauer soll das Mittel zum Gesamtbild der Person passen.
- Erstverschlimmerung: Die Lehre beschreibt eine vorübergehende Verstärkung der Beschwerden als Zeichen, dass das Mittel „greift“. Wissenschaftlich ist das nicht belegt. Wenn es dir schlechter geht, nimm das ernst und lass es abklären.
- Selbstbehandlung eher mit niedrigen Potenzen: Viele homöopathische Ratgeber empfehlen Laien D6 oder D12 und raten, höhere Potenzen mit erfahrenen Therapeutinnen oder Therapeuten abzusprechen.
In homöopathischen Ratgebern wird bei C30 meist eine einmalige oder nur seltene Einnahme genannt. Halte dich an die Packungsbeilage. Allgemeine Tipps zur Einnahme findest du unter Globuli Anwendung.
Welche Mittel werden häufig als C30 genannt?
Viele bekannte Mittel gibt es in mehreren Potenzen, häufig auch als C30.
| Mittel | Wird in der Homöopathie genannt bei … |
|---|---|
| Arnica | Prellungen, Verletzungen, nach Anstrengung |
| Aconitum | plötzlichem Beginn, Schreck, Unruhe |
| Belladonna | plötzlichem Fieber mit rotem, heißem Kopf |
| Gelsemium | Lampenfieber, Prüfungsangst |
| Ignatia | Kummer, seelischer Belastung |
| Apis | Schwellungen, Insektenstichen |
| Nux vomica | Folgen von zu viel Essen, Alkohol, Stress |
| Chamomilla | Unruhe und Schmerzempfindlichkeit, etwa beim Zahnen |
Einen größeren Überblick bietet die Globuli-Liste A–Z.
Was sagt die Forschung?
Warum erleben viele trotzdem eine Besserung? Viele Beschwerden klingen von selbst ab. Dazu kommen Zuwendung, Ruhe und die Erwartung, dass etwas hilft. Das ist ein echter Effekt, nur eben keiner, der vom Kügelchen ausgeht. Mehr dazu liest du unter Globuli Wirkung.
Nebenwirkungen und Hinweise
- Da kein Wirkstoff mehr enthalten ist, sind giftige Effekte nicht zu erwarten, auch nicht bei Mitteln aus Tollkirsche oder Eisenhut. Bei verschreibungspflichtigen Stoffen wie Arsen oder Tollkirsche gilt die Verschreibungspflicht meist nur bis einschließlich D3. Eine C30 liegt weit darüber.
- Globuli bestehen aus Zucker. Bei Diabetes spielt die kleine Menge meist keine Rolle. Bei Unverträglichkeiten lohnt ein Blick auf die Zutaten.
- Hat ein Kind versehentlich ein ganzes Röhrchen gegessen, findest du Hinweise unter Globuli verschluckt.
- Das größte Risiko ist indirekt: wenn eine wirksame Behandlung verzögert wird.
- Gesetzliche Krankenkassen erstatten seit dem 30. Juli 2026 keine homöopathischen Arzneimittel mehr.
Was dir sonst noch hilft
Wenn du zu C30-Globuli greifst, steckt meist ein konkretes Anliegen dahinter. Für viele Alltagsbeschwerden gibt es Maßnahmen mit nachgewiesenem Nutzen:
- Prellungen und Verstauchungen: Pause, Kühlen (nicht direkt mit Eis auf der Haut), leicht komprimieren, hochlagern.
- Fieber und Erkältung: Ruhe, viel trinken, bei Bedarf Paracetamol oder Ibuprofen laut Packungsbeilage. Kinder sollen kein ASS bekommen. Mehr unter Globuli bei Fieber.
- Lampenfieber und Stress: Ruhige Bauchatmung, gute Vorbereitung, ausreichend Schlaf, Bewegung. Siehe Globuli bei Stress.
- Insektenstiche: Kühlen, nicht kratzen. Bei starkem Juckreiz lass dich in der Apotheke beraten.
- Kummer und Belastung: Mit vertrauten Menschen reden. Wenn die Last bleibt, sind Hausarztpraxis oder Beratungsstellen gute Anlaufstellen.
Häufige Fragen
Was ist stärker, C30 oder D12?
Nach der Lehre der Homöopathie gilt C30 als „stärker“ oder „tiefer wirkend“, weil sie höher potenziert ist. Stofflich ist es umgekehrt: D12 enthält noch winzige Spuren, C30 rechnerisch nichts mehr vom Ausgangsstoff.
Ist C30 dasselbe wie D30?
Nein. D30 ist 1:10³⁰ verdünnt, C30 dagegen 1:10⁶⁰. Rechnerisch entspricht C30 also einer D60.
Wie oft nimmt man C30-Globuli?
In homöopathischen Ratgebern wird meist eine einmalige oder nur seltene Einnahme genannt, weil die Lehre bei höheren Potenzen zum Abwarten rät. Halte dich an die Packungsbeilage.
Ist in C30-Globuli überhaupt noch etwas drin?
Vom Ausgangsstoff rechnerisch nicht. Übrig bleiben der Zucker der Kügelchen und Spuren des Lösungsmittels.
Sind C30-Globuli für Kinder geeignet?
Gefährlich sind sie wegen des fehlenden Wirkstoffs nicht. Wichtig ist, dass kranke Kinder rechtzeitig ärztlich angeschaut werden. Mehr dazu unter Globuli für Babys.


