Globuli-Potenzen Tabelle: D-, C- und LM-Potenzen im Überblick mit exakter Verdünnung
D6, D12, C30 oder LM6: Auf jeder Globuli-Packung steht eine Potenz, aber was bedeutet sie eigentlich? Hier siehst du in übersichtlichen Tabellen, wie stark jede Potenz verdünnt ist und ab wann rechnerisch kein einziges Molekül mehr übrig bleibt.

Worum geht es bei Potenzen?
Homöopathische Mittel werden nach einem festen Verfahren hergestellt, das auf Samuel Hahnemann zurückgeht. Der Ausgangsstoff, etwa eine Pflanzentinktur oder ein Mineral, wird schrittweise verdünnt und nach jedem Schritt kräftig verschüttelt. Feste Stoffe werden anfangs mit Milchzucker verrieben. Dieses Vorgehen heißt in der Homöopathie Potenzieren. Die Regeln dafür stehen im Homöopathischen Arzneibuch.
Der Buchstabe verrät das Verdünnungsverhältnis je Schritt, die Zahl die Anzahl der Schritte:
- D (Dezimalpotenz): 1 Teil Stoff auf 9 Teile Lösungsmittel, also 1:10 je Schritt.
- C (Centesimalpotenz): 1 Teil auf 99 Teile, also 1:100 je Schritt.
- LM oder Q (Quinquagintamillesimalpotenz): etwa 1:50.000 je Schritt.
Die fertige Verdünnung wird dann auf kleine Zuckerkugeln aufgetragen. Mehr dazu erfährst du in Was sind Globuli?.
Globuli-Potenzen Tabelle: D-Potenzen
Jeder D-Schritt teilt die Menge durch 10. Die Zahl hinter dem D entspricht also genau der Anzahl der Nullen.
| Potenz | Verdünnung | Zehnerpotenz | Einordnung nach der Lehre |
|---|---|---|---|
| D1 | 1:10 | 10⁻¹ | Tiefpotenz |
| D2 | 1:100 | 10⁻² | Tiefpotenz |
| D3 | 1:1.000 | 10⁻³ | Tiefpotenz |
| D4 | 1:10.000 | 10⁻⁴ | Tiefpotenz |
| D6 | 1:1 Million | 10⁻⁶ | Tiefpotenz |
| D8 | 1:100 Millionen | 10⁻⁸ | tief bis mittel |
| D10 | 1:10 Milliarden | 10⁻¹⁰ | tief bis mittel |
| D12 | 1:1 Billion | 10⁻¹² | mittlere Potenz (manchmal noch Tiefpotenz) |
| D15 | 1:1 Billiarde | 10⁻¹⁵ | mittlere Potenz |
| D18 | 1:1 Trillion | 10⁻¹⁸ | mittlere Potenz |
| D21 | 1:1 Trilliarde | 10⁻²¹ | mittlere Potenz |
| D23 | 1:100 Trilliarden | 10⁻²³ | mittlere Potenz; etwa hier liegt die Avogadro-Grenze |
| D24 | 1:1 Quadrillion | 10⁻²⁴ | mittlere Potenz |
| D30 | 1:1 Quintillion | 10⁻³⁰ | mittel bis hoch, je nach Quelle |
Tabelle der C-Potenzen
Jeder C-Schritt teilt durch 100, also zwei Nullen pro Schritt. Deshalb entspricht C3 rechnerisch D6 und C6 rechnerisch D12. In der Homöopathie gelten sie trotzdem als verschieden, weil die Zahl der Verschüttelungsschritte anders ist.
| Potenz | Verdünnung | Zehnerpotenz | Rechnerisch gleich wie |
|---|---|---|---|
| C1 | 1:100 | 10⁻² | D2 |
| C2 | 1:10.000 | 10⁻⁴ | D4 |
| C3 | 1:1 Million | 10⁻⁶ | D6 |
| C6 | 1:1 Billion | 10⁻¹² | D12 |
| C9 | 1:1 Trillion | 10⁻¹⁸ | D18 |
| C12 | 1:1 Quadrillion | 10⁻²⁴ | D24 |
| C15 | 1:1 Quintillion | 10⁻³⁰ | D30 |
| C30 | 1 : eine 1 mit 60 Nullen | 10⁻⁶⁰ | D60 |
| C200 | 1 : eine 1 mit 400 Nullen | 10⁻⁴⁰⁰ | D400 |
Noch höhere Potenzen heißen M (C1000) oder XM (C10.000). Daneben gibt es Korsakoff-Potenzen mit dem Buchstaben K, die nach einem anderen Verfahren hergestellt werden. Oscillococcinum zum Beispiel trägt die Bezeichnung 200K.
Tabelle der LM- bzw. Q-Potenzen
Hier wird je Schritt etwa 1:50.000 verdünnt. Die Zahlen wachsen dadurch sehr schnell. Die Tabelle zeigt nur die LM-Schritte selbst.
| Potenz | Verdünnung nur durch LM-Schritte (gerundet) |
|---|---|
| LM1 | 1:50.000 (5 × 10⁴) |
| LM2 | 1:2,5 Milliarden (2,5 × 10⁹) |
| LM3 | 1:125 Billionen (1,25 × 10¹⁴) |
| LM4 | 1:6,25 Trillionen (6,25 × 10¹⁸) |
| LM5 | etwa 1:3,1 × 10²³ |
| LM6 | etwa 1:1,6 × 10²⁸ |
Gut zu wissen: Die Herstellung von LM-Potenzen beginnt nicht mit dem reinen Stoff, sondern mit einer C3-Verreibung (1:1 Million). Tatsächlich ist jede LM-Potenz deshalb noch einmal eine Million Mal stärker verdünnt als in der Tabelle. LM-Potenzen werden meist als Tropfen verordnet und gehören in der Homöopathie in die Hand erfahrener Therapeuten.
Rechenbeispiele: Wie viel steckt in einem Gramm?
Vereinfacht gerechnet, bezogen auf den Ausgangsstoff (1 g = 1.000 mg = 1.000.000 µg):
- D3: 1 g enthält 1/1.000 g, also 1 mg Ausgangsstoff.
- D6: 1 g enthält 1/1.000.000 g, also 1 µg Ausgangsstoff.
- D12: 1 g enthält 10⁻¹² g, also 1 Pikogramm. Das ist ein Millionstel von einem Mikrogramm.
Ab wann ist kein Molekül mehr drin?
Ein Mol eines Stoffes enthält rund 6 × 10²³ Teilchen (Avogadro-Zahl). Wird um etwa 1:10²³ bis 1:10²⁴ verdünnt, ist rechnerisch kaum noch ein Molekül zu erwarten, selbst wenn man mit einer ganzen Mol-Menge begonnen hat. Das ist ab etwa D23 bzw. C12 (10⁻²⁴) der Fall, bei LM-Potenzen wegen der C3-Vorstufe schon etwa ab LM4. Da die Ausgangsmenge in der Praxis meist viel kleiner ist, wird diese Grenze oft sogar früher erreicht. Bei C30 oder C200 ist die Chance, auch nur ein einziges Molekül zu finden, praktisch null. Homöopathen erklären eine Wirkung deshalb mit einer übertragenen „Information“ oder „Kraft“. Einen naturwissenschaftlichen Nachweis dafür gibt es nicht.
Unterschied D6 und D12: Was wird wann genannt?
D12 ist eine Million Mal stärker verdünnt als D6 (10⁻¹² gegenüber 10⁻⁶). Nach der Lehre gilt grob:
| Potenz | Wird in der Homöopathie genannt bei … |
|---|---|
| D6 | akuten, eher körperlichen Beschwerden, häufigerer Einnahme, Selbstbehandlung |
| D12 | etwas länger bestehenden Beschwerden, seltenerer Einnahme |
| C30 | Beschwerden, bei denen das Mittel besonders „gut passen“ soll, seltenen Gaben |
| C200 und höher | chronischen oder seelischen Themen, meist nur durch Therapeuten |
| LM/Q | langfristiger Behandlung nach Verordnung |
D6 und D12 sind übrigens auch die typischen Potenzen bei Schüßler-Salzen, etwa Silicea D12.
Die Grenzen zwischen Tief-, mittleren und Hochpotenzen werden nicht einheitlich gezogen. Häufig liest man: Tiefpotenzen bis etwa D6 (manchmal bis D12), mittlere Potenzen bis etwa D30, Hochpotenzen ab C30. Wie oft Hersteller eine Einnahme nennen, steht auf der Packung. Halte dich an die Packungsbeilage. Grundlagen findest du in Globuli Anwendung.
Was sagt die Forschung?
Dass sich viele Menschen trotzdem besser fühlen, hat nachvollziehbare Gründe: Viele Beschwerden klingen von selbst ab, und Zuwendung und Ruhe tun gut.
Was dir sonst noch hilft
- Lass Beschwerden abklären, statt lange zwischen Potenzen zu wechseln. Eine passende Diagnose ist der wichtigste Schritt.
- Nutze bewährte Mittel: Bei Schmerzen und Fieber kommen zum Beispiel Paracetamol oder Ibuprofen kurzzeitig infrage, dosiert laut Packungsbeilage, bei Kindern nur in altersgerechten Präparaten. Bei Infekten helfen Ruhe und ausreichend trinken. Konkrete Tipps findest du in den Ratgebern, zum Beispiel Globuli bei Fieber.
- Achte auf Alkohol: Dilutionen (Tropfen) enthalten oft Alkohol. Wenn du Alkohol meiden musst, frag in der Apotheke nach alkoholfreien Darreichungsformen.
- Denk an die Kosten: Gesetzliche Krankenkassen erstatten seit dem 30. Juli 2026 keine homöopathischen Arzneimittel mehr.
- Wenn ein Kind eine ganze Packung erwischt hat, hilft dir Globuli verschluckt weiter.
Häufige Fragen
Was ist besser, D6 oder D12?
Nach der Lehre gilt D6 eher als Wahl bei akuten Beschwerden und häufigerer Einnahme, D12 bei seltenerer Gabe. Wissenschaftlich ist für keine der beiden Potenzen eine Wirkung über Placebo hinaus belegt.
Was ist der Unterschied zwischen D6 und D12?
D12 ist eine Million Mal stärker verdünnt als D6. In 1 g D6 steckt rechnerisch 1 µg Ausgangsstoff, in 1 g D12 nur 1 Pikogramm.
Ist C30 stärker als D30?
C30 ist viel stärker verdünnt: 10⁻⁶⁰ gegenüber 10⁻³⁰. In der Homöopathie gilt C30 deshalb als „stärker“. In beiden ist rechnerisch kein Molekül des Ausgangsstoffs mehr zu erwarten.
Ab welcher Potenz ist nichts mehr drin?
Ab etwa D23 bzw. C12 ist statistisch kaum noch ein Molekül des Ausgangsstoffs zu erwarten. Bei LM-Potenzen ist das wegen der C3-Vorstufe etwa ab LM4 der Fall.
Darf ich Potenzen selbst wählen?
Für die Selbstbehandlung bieten Hersteller meist Tiefpotenzen wie D6 oder D12 an. Halte dich an die Packungsbeilage und lass anhaltende Beschwerden ärztlich abklären.


