Willkommen! Wir erklären Globuli und ihre Anwendung in der Homöopathie. Gut zu wissen: Eine Wirkung homöopathischer Mittel ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Unsere Artikel informieren, ersetzen aber keinen Arztbesuch. So arbeiten wir

Globuli bei Heißhunger: was genannt wird und wie du Heißhunger in den Griff bekommst

Plötzlich muss es Schokolade sein, und zwar sofort. Heißhunger kennt fast jeder. Hier erfährst du, welche Globuli dafür genannt werden, was die Forschung sagt und mit welchen einfachen Gewohnheiten du Heißhunger wirklich seltener erlebst.

Von Sebastian Beier · Zuletzt geprüft am

Gedeckter Küchentisch mit einer ausgewogenen Mahlzeit aus Gemüse, Hülsenfrüchten und Joghurt, daneben eine kleine Schale Nüsse und ein Glas Wasser

Worum geht es beim Heißhunger?

Heißhunger ist mehr als normaler Hunger. Er kommt plötzlich, fühlt sich dringend an und richtet sich meist auf ganz bestimmte Lebensmittel: Schokolade, Chips, Gebäck. Danach folgt oft ein schlechtes Gewissen. Das ist menschlich und kein Zeichen von Willensschwäche.

Typische Auslöser sind:

  • Lange Pausen zwischen den Mahlzeiten oder ein ausgelassenes Frühstück. Wer den ganzen Tag kaum isst, hat abends oft großen Hunger.
  • Strenge Diäten und Verbote. Je mehr du dir etwas verbietest, desto stärker wird oft das Verlangen danach.
  • Mahlzeiten mit wenig Eiweiß und Ballaststoffen, etwa Weißbrot oder süße Snacks. Sie sättigen nur kurz.
  • Schlafmangel. Studien zeigen, dass zu wenig Schlaf den Appetit steigern kann, besonders auf energiereiche Lebensmittel.
  • Stress, Langeweile, Traurigkeit. Essen tröstet und beruhigt kurzfristig. Man spricht dann von emotionalem Essen oder Stressessen.
  • Medikamente, zum Beispiel Kortison oder manche Psychopharmaka, können den Appetit steigern.
  • Hormonelle Schwankungen, etwa vor der Periode oder in der Schwangerschaft.

Manchmal steckt auch etwas Körperliches dahinter. Bei Menschen mit Diabetes, die Insulin oder bestimmte Tabletten nehmen, kann Heißhunger ein Zeichen für Unterzucker sein. Dann kommen oft Zittern, Schwitzen, Herzklopfen oder Unruhe dazu. Auch eine Schilddrüsenüberfunktion kann großen Hunger auslösen.

Wichtig ist auch der Unterschied zu einer Essstörung. Wer regelmäßig große Mengen in kurzer Zeit isst und dabei die Kontrolle verliert, hat möglicherweise eine Binge-Eating-Störung. Wer danach erbricht, hungert oder Abführmittel nimmt, kann an Bulimie leiden. Das sind ernsthafte Erkrankungen, die gut behandelbar sind. Du musst damit nicht allein bleiben.

Welche Globuli werden bei Heißhunger empfohlen?

In homöopathischen Ratgebern werden bei Heißhunger vor allem diese Mittel genannt:

MittelWird genannt bei …
Argentum nitricumstarkem Verlangen nach Süßem, Nervosität, Eile
Lycopodiumgroßem Hunger, bei dem schon wenig Essen ein Völlegefühl macht, Blähungen, Lust auf Süßes
Acidum phosphoricumErschöpfung nach Überforderung oder Kummer, Verlangen nach saftigen Speisen
Nux vomicaBeschwerden nach üppigem Essen, Stress, Kaffee und Alkohol

Boericke beschreibt in seiner Materia Medica bei Argentum nitricum ein „großes Verlangen nach Süßem“ und zusätzlich nach Käse und Salz. Gleichzeitig nennt er eine Verschlechterung durch Süßes. Zum Arzneimittelbild gehören dort auch Ängstlichkeit, Nervosität und der Drang, alles in Eile zu tun.

Bei Lycopodium schreibt Boericke von übermäßigem Hunger, von Heißhunger mit starkem Blähbauch und davon, dass schon wenig Essen ein Völlegefühl macht. Er erwähnt auch nächtliches Aufwachen mit Hunger und Verlangen nach Süßem. Das englische Wort „Bulimia“ meint bei Boericke übrigens den alten Begriff für Heißhunger, nicht die heutige Essstörung.

Bei Acidum phosphoricum beschreibt Boericke vor allem nervöse Erschöpfung, etwa nach Kummer oder Überforderung. Zum Essen nennt er ein Verlangen nach saftigen Dingen und Durst auf kalte Milch.

Außerdem werden Globuli oft als Teil von Abnehmkonzepten verkauft. Einen Überblick findest du in Globuli zum Abnehmen. Wie du Globuli grundsätzlich einnimmst, steht in Globuli Anwendung. Zur Dosierung gilt: Hersteller nennen meist Potenzen wie D6 oder D12. Halte dich an die Packungsbeilage.

Was sagt die Forschung?

Trotzdem berichten manche, dass Globuli ihnen geholfen haben. Das kann daran liegen, dass man bewusster auf sein Essverhalten achtet, sobald man etwas dagegen unternimmt. Dieses Ritual kann ein guter Anfang sein. Die eigentliche Veränderung entsteht aber durch die Gewohnheiten im Alltag.

Was bei Heißhunger sonst noch hilft

Regelmäßig essen:

  • Plane drei Mahlzeiten am Tag ein, bei Bedarf einen kleinen Zwischensnack. Lange Hungerphasen sind ein häufiger Auslöser.
  • Frühstücke, wenn es dir guttut. Wer morgens nichts mag, kann eine Kleinigkeit mitnehmen.
  • Iss möglichst ohne Ablenkung und in Ruhe. So merkst du besser, wann du satt bist.

Satt machende Lebensmittel wählen:

  • Eiweiß sättigt besonders gut: Joghurt, Quark, Eier, Hülsenfrüchte, Fisch, Tofu.
  • Ballaststoffe aus Vollkorn, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten halten länger satt als Weißmehl und Zucker.
  • Trink über den Tag verteilt genug, am besten Wasser oder ungesüßten Tee.

Keine strengen Verbote:

  • Erlaube dir Süßes in kleinen Mengen und bewusst genossen. Das nimmt dem Verlangen oft die Macht.
  • Sehr strenge Diäten können Essattacken und den Jo-Jo-Effekt begünstigen. Die Adipositas-Leitlinie setzt auf eine langfristige Umstellung aus Ernährung, Bewegung und Verhalten. Mehr dazu in Gesund abnehmen.

Gut schlafen:

Stressessen erkennen:

  • Frag dich vor dem Griff zum Snack: Habe ich wirklich Hunger, oder bin ich gestresst, müde, traurig oder gelangweilt?
  • Probiere andere Wege, um runterzukommen: ein kurzer Spaziergang, Atemübungen, mit jemandem reden, Musik.
  • Ein kurzes Ess-Tagebuch kann helfen, Muster zu erkennen.

Bei Diabetes:

  • Wenn du Insulin oder blutzuckersenkende Tabletten nimmst und Heißhunger mit Zittern oder Schwitzen bemerkst, miss deinen Blutzucker. Bei Unterzucker helfen schnell wirksame Kohlenhydrate wie Traubenzucker oder Saft, so wie es mit deinem Behandlungsteam besprochen ist.
  • Häufen sich Unterzuckerungen, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über die Medikamente.

Häufige Fragen

Welche Globuli werden bei Heißhunger auf Süßes genannt?

Am häufigsten genannt werden Argentum nitricum und Lycopodium. Eine Wirkung über den Placeboeffekt hinaus ist für keines der beiden belegt. Regelmäßige Mahlzeiten mit Eiweiß und Ballaststoffen sind der verlässlichere Weg.

Warum habe ich abends so oft Heißhunger?

Häufig, weil tagsüber zu wenig oder unregelmäßig gegessen wurde. Abends kommen dann Müdigkeit und Stress dazu. Eine ausgewogene Mittagsmahlzeit und ein kleiner Snack am Nachmittag können viel ändern.

Ist Heißhunger ein Zeichen für einen Nährstoffmangel?

Meist nicht. Das Verlangen nach Schokolade ist zum Beispiel kein verlässliches Zeichen dafür, dass dir Magnesium fehlt. Häufiger stecken Esspausen, Schlafmangel oder Gefühle dahinter.

Wann ist Heißhunger eine Essstörung?

Wenn Essanfälle regelmäßig vorkommen, du dabei die Kontrolle verlierst und stark darunter leidest, oder wenn du danach erbrichst oder hungerst. Dann lohnt sich ärztliche Hilfe oder ein Anruf bei der BIÖG-Beratung unter 0221 89 20 31.

Kann Heißhunger mit Diabetes zusammenhängen?

Ja. Bei Menschen, die Insulin oder bestimmte Tabletten nehmen, kann Heißhunger ein Zeichen für Unterzucker sein. Auch ein unentdeckter Diabetes kann sich mit Hunger, Durst und häufigem Wasserlassen zeigen. Lass das ärztlich abklären.