Willkommen! Wir erklären Globuli und ihre Anwendung in der Homöopathie. Gut zu wissen: Eine Wirkung homöopathischer Mittel ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Unsere Artikel informieren, ersetzen aber keinen Arztbesuch. So arbeiten wir

Globuli bei Blähungen: was genannt wird und was den Bauch entspannt

Der Bauch spannt, die Hose drückt, und nach dem Festtagsessen geht gar nichts mehr? Hier erfährst du, welche Globuli die Homöopathie bei Blähungen nennt, was die Forschung dazu sagt und welche einfachen Dinge deinem Bauch wirklich Ruhe bringen.

Von Sebastian Beier · Zuletzt geprüft am

Eine Tasse Fencheltee mit Fenchel-, Anis- und Kümmelsamen auf einem hellen Holztisch neben einer Wärmflasche

Worum geht es bei Blähungen?

Gase im Darm sind völlig normal. Sie entstehen, wenn Darmbakterien Reste der Nahrung abbauen, und ein Teil stammt aus Luft, die du beim Essen und Trinken schluckst. Unangenehm wird es, wenn sich viel Gas sammelt oder der Darm empfindlich darauf reagiert. Dann spannt der Bauch, er wirkt aufgebläht, und es kann krampfen.

Häufige Ursachen:

  • Hastiges Essen, Reden beim Essen, Kaugummi und kohlensäurehaltige Getränke: Dabei gelangt viel Luft in den Magen.
  • Üppige, fettreiche Mahlzeiten, zum Beispiel an Weihnachten oder auf Feiern. Fett verlangsamt die Verdauung, der Bauch fühlt sich lange voll an.
  • Blähende Lebensmittel: Bohnen, Linsen, Kohl, Zwiebeln, Vollkornbrot, viel Obst.
  • FODMAP: Das ist eine Abkürzung für bestimmte kurzkettige Kohlenhydrate und Zuckeralkohole, die im Dünndarm nur schlecht aufgenommen werden. Dazu gehören zum Beispiel Fruktane aus Weizen und Zwiebeln, Bestandteile von Hülsenfrüchten, Milchzucker, überschüssiger Fruchtzucker sowie Sorbit und Xylit. Darmbakterien vergären sie, dabei entsteht Gas.
  • Unverträglichkeiten wie Laktoseintoleranz, Fruktosemalabsorption oder Zöliakie.
  • Reizdarmsyndrom: Hier sind Blähungen und ein aufgetriebener Bauch typische Beschwerden, oft zusammen mit Schmerzen, Durchfall oder Verstopfung. Der Darm reagiert dabei empfindlicher auf normale Gasmengen.
  • Stress schlägt vielen Menschen auf den Bauch.

Welche Globuli werden bei Blähungen empfohlen?

Die Homöopathie wählt Mittel nach dem genauen Beschwerdebild. Die Angaben für Carbo vegetabilis, China, Lycopodium und Nux vomica beruhen auf der klassischen Arzneimittellehre von Boericke.

MittelWird genannt bei …
Carbo vegetabilis (Holzkohle)stark aufgetriebenem Bauch, der besser wird, wenn Winde abgehen; Aufstoßen, das kurz erleichtert; Schwere, Völlegefühl und Schläfrigkeit nach dem Essen; Beschwerden nach fettem Essen, Butter, Kaffee oder Wein
Nux vomicaFolgen von reichhaltigem Essen, Kaffee und Alkohol; Druck im Oberbauch „wie ein Stein“ einige Stunden nach dem Essen; Blähungen mit krampfartigen Bauchschmerzen
LycopodiumBlähbauch schon nach einer kleinen Mahlzeit; Gefühl, als ob es im Bauch gärt; Verdauungsbeschwerden durch Kohl, Bohnen und gärende Speisen
China (Chinarinde)stark gespanntem, trommelartigem Bauch; Aufstoßen, das keine Erleichterung bringt; Besserung beim Zusammenkrümmen; Beschwerden nach Obst
Argentum nitricumBlähungen mit viel Aufstoßen, oft im Zusammenhang mit Aufregung
ChamomillaBauchweh bei Babys und Kleinkindern, siehe auch Globuli für Babys

Nach üppigem Essen, etwa an Weihnachten, werden oft Nux vomica und Carbo vegetabilis genannt. Boericke beschreibt Nux vomica bei Menschen, die gern reichhaltig essen und trinken und am nächsten Tag mit Verdauungsbeschwerden zu kämpfen haben.

Gut zu wissen: Nux vomica wird aus der Brechnuss gewonnen, die das giftige Strychnin enthält. Zubereitungen bis einschließlich D3 sind deshalb verschreibungspflichtig.

Schüßler-Salze gegen Blähungen: Hier wird vor allem Magnesium phosphoricum (Nr. 7) genannt, oft als „heiße Sieben“ in warmem Wasser aufgelöst. Daneben taucht Natrium sulfuricum (Nr. 10) in Empfehlungen zur Verdauung auf. Mehr zum Prinzip findest du unter Schüßler-Salze. Schüßler-Tabletten enthalten meist Milchzucker. Wenn du Laktose schlecht verträgst, frag in der Apotheke nach laktosefreien Varianten.

Hersteller nennen meist Potenzen wie D6 oder D12. Wie viel und wie oft, steht in der Packungsbeilage. Halte dich daran.

Was sagt die Forschung?

Warum fühlen sich trotzdem viele besser? Blähungen gehen meist nach einigen Stunden von selbst vorbei. Dazu kommt: Wer sich bewusst Zeit für sich und seinen Bauch nimmt, entspannt sich oft, und das allein kann schon guttun.

Was bei Blähungen sonst noch hilft

Beim Essen:

  • Langsam essen und gut kauen. Leg zwischendurch das Besteck ab. So schluckst du weniger Luft, und du merkst früher, dass du satt bist.
  • Kleinere Portionen, besonders an Festtagen. Lieber zweimal nehmen als den Teller überladen.
  • Weniger Kohlensäure, Kaugummi und zuckerfreie Süßigkeiten mit Sorbit oder Xylit.
  • Blähende Lebensmittel nicht komplett streichen, sondern langsam steigern. Der Darm gewöhnt sich oft daran. Hülsenfrüchte gut einweichen und gar kochen.

Für den Bauch:

  • Bewegung: Ein Spaziergang nach dem Essen bringt den Darm in Schwung und hilft, Gase loszuwerden.
  • Wärme: Eine Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen entspannt.
  • Sanfte Bauchmassage im Uhrzeigersinn.
  • Bequeme Kleidung, die nicht am Bauch einschnürt.

Tee und Mittel aus der Apotheke:

  • Fenchel-Anis-Kümmel-Tee ist ein bewährtes Hausmittel. Fenchel, Anis und Kümmel gelten als traditionelle pflanzliche Mittel bei leichten Magen-Darm-Beschwerden mit Blähungen.
  • Pfefferminzöl-Kapseln werden in der Leitlinie zum Reizdarmsyndrom zur Linderung von Beschwerden genannt. Bei Sodbrennen können sie die Beschwerden verstärken.
  • Entschäumer wie Simeticon können manchen Menschen Erleichterung bringen. Lass dich in der Apotheke beraten.

Auslöser finden:

  • Ein Ernährungs- und Beschwerdetagebuch über zwei bis drei Wochen zeigt oft Muster.
  • Bei hartnäckigen Beschwerden oder Reizdarm kann eine FODMAP-arme Ernährung helfen. Sie ist aber nur für eine begrenzte Zeit gedacht. Danach werden Lebensmittel schrittweise wieder eingeführt, um die persönlichen Auslöser zu finden. Mach das am besten mit ärztlicher Begleitung oder einer Ernährungsfachkraft, damit deine Ernährung ausgewogen bleibt.
  • Eine Laktoseintoleranz oder Zöliakie lässt sich ärztlich testen. Bei Verdacht auf Zöliakie bitte vor dem Test nicht glutenfrei essen, sonst wird das Ergebnis ungenau.

Stress reduzieren: Entspannungsübungen, ausreichend Schlaf und regelmäßige Mahlzeiten tun vielen Bäuchen gut. Ideen findest du in Globuli bei Stress.

Häufige Fragen

Welche Globuli sind bei Blähungen am besten?

Für keine Globuli ist eine Wirkung über den Placeboeffekt hinaus belegt. In der Homöopathie werden am häufigsten Carbo vegetabilis, Nux vomica und Lycopodium genannt. Spürbare Erleichterung bringen eher Bewegung, Wärme, langsames Essen und Fenchel-Anis-Kümmel-Tee.

Was kann ich nach dem Weihnachtsessen gegen den Blähbauch tun?

Ein Spaziergang an der frischen Luft, eine Wärmflasche und ein warmer Kräutertee sind die einfachsten Helfer. Beim nächsten Festessen hilft es, langsamer zu essen und kleinere Portionen zu nehmen.

Helfen Schüßler-Salze gegen Blähungen?

Magnesium phosphoricum (Nr. 7) wird oft empfohlen. Einen Wirkungsnachweis gibt es nicht. Das warme Wasser der „heißen Sieben“ kann sich aber angenehm anfühlen.

Sind ständige Blähungen ein Zeichen für Reizdarm?

Sie können dazugehören, haben aber viele mögliche Ursachen. Ein Reizdarm wird erst festgestellt, wenn andere Erkrankungen ärztlich ausgeschlossen sind.

Ist die FODMAP-Diät für immer gedacht?

Nein. Sie ist eine zeitlich begrenzte Testphase, um Auslöser zu finden. Danach werden Lebensmittel wieder schrittweise eingeführt, damit die Ernährung abwechslungsreich bleibt.