Kalium bromatum Globuli: Kaliumbromid bei Akne, Unruhe und Schlafstörungen
Kaliumbromid war im 19. Jahrhundert ein Wundermittel: Es beruhigte, ließ schlafen und verhinderte epileptische Anfälle. Die Nebenwirkung: Akne und Benommenheit. Die Homöopathie macht daraus ein Mittel gegen Pickel.

Was ist Kaliumbromid?
1857 berichtete der englische Arzt Charles Locock über die Wirkung von Kaliumbromid bei Epilepsie. Es war das erste Medikament, das Anfälle zuverlässig verhindern konnte, und wurde jahrzehntelang auch als Schlaf- und Beruhigungsmittel verwendet. Bei längerer Einnahme kommt es zum Bromismus: Müdigkeit, Gedächtnisstörungen, Verwirrtheit und typische Akne („Bromakne“). Heute ist Kaliumbromid beim Menschen weitgehend durch modernere Medikamente ersetzt, in der Tiermedizin wird es bei Hunden mit Epilepsie noch eingesetzt.
Wofür wird Kalium bromatum in der Homöopathie eingesetzt?
Boericke beschreibt die Folgen der Bromvergiftung: nachlassende geistige Kraft, Gedächtnisverlust, Schwermut, Akne, Schläfrigkeit, Krampfanfälle. Er nennt es außerdem ein führendes Mittel bei Schuppenflechte. Heute wird es genannt bei:
- Akne mit Pusteln, besonders im Gesicht, an Brust und Rücken
- nervöser Unruhe, ruhelosen Händen
- Schlafstörungen und nächtlichem Aufschrecken bei Kindern
- Vergesslichkeit
Dosierung und Potenzen
Üblich sind D6 und D12. Halte dich an die Packungsbeilage.
Was sagt die Forschung?
Was dir sonst noch hilft
Bei Akne gibt es wirksame Behandlungen: Cremes mit Benzoylperoxid, Adapalen oder Azelainsäure, teils rezeptfrei, bei stärkerer Akne Antibiotika-Kombinationen oder Isotretinoin, bei Frauen auch bestimmte Pillen. Ausdrücken vermeiden, milde Reinigung, nicht komedogene Pflege. Mehr in Globuli gegen Pickel und Akne.
Häufige Fragen
Hilft Kalium bromatum bei Akne?
Ein Nutzen über Placebo ist nicht belegt. Cremes mit Benzoylperoxid oder Adapalen helfen nachweislich.
Ist Brom gefährlich?
In hohen Dosen über längere Zeit führt Brom zu Vergiftungserscheinungen. In homöopathischen Potenzen ab D6 ist nichts zu befürchten.
Wird Kaliumbromid noch als Medikament verwendet?
Beim Menschen nur noch sehr selten, in der Tiermedizin bei Hunden mit Epilepsie.


